Zwanzigstes Kapitel
Einfache Reproduktion

I. Stellung der Frage

Betrachten48 wir die jährliche Funktion des gesellschaftlichen Kapitals – also des Gesamtkapitals, wovon die individuellen Kapitale nur Bruchstücke bilden, deren Bewegung sowohl ihre individuelle Bewegung ist, wie gleichzeitig integrierendes Glied der Bewegung des Gesamtkapitals – in ihrem Resultat, d.h. betrachten wir das Warenprodukt, welches die Gesellschaft während des Jahrs liefert, so muß sich zeigen, wie der Reproduktionsprozeß des gesellschaftlichen Kapitals vonstatten geht, welche Charaktere diesen Reproduktionsprozeß vom Reproduktionsprozeß eines individuellen Kapitals unterscheiden und welche Charaktere beiden gemeinsam sind. Das Jahresprodukt umschließt sowohl die Teile des gesellschaftlichen Produkts, welche Kapital ersetzen, die gesellschaftliche Reproduktion, wie die Teile, welche dem Konsumtionsfonds anheimfallen, durch Arbeiter und Kapitalisten verzehrt werden, also sowohl die produktive wie die individuelle Konsumtion. Sie umschließt ebensowohl die Reproduktion (d.h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des gesamten Produktionsprozesses.

Es ist offenbar die Zirkulationsfigur

die wir zu analysieren haben, und zwar spielt die Konsumtion notwendig eine Rolle darin; denn der Ausgangspunkt W' = W + w, das Warenkapital, schließt sowohl den konstanten und variablen Kapitalwert ein wie den Mehrwert. Seine Bewegung umfaßt daher ebensowohl die individuelle Konsumtion wie die produktive. Bei den Kreisläufen G – W... P... W' – G' und P... W' – G' – W... P ist die Bewegung des Kapitals Ausgangs- und Endpunkt: was zwar auch die Konsumtion einschließt, da die Ware, das Produkt, verkauft werden muß. Dies aber als geschehn vorausgesetzt, ist es gleichgültig für die Bewegung des Einzelkapitals, was weiter aus dieser Ware wird. Dagegen sind bei der Bewegung von W'... W' die Bedingungen der gesellschaftlichen Reproduktion gerade daraus erkennbar, daß nachgewiesen werden muß, was aus jedem Wertteil dieses Gesamtprodukts W' wird. Der gesamte Reproduktionsprozeß schließt hier den durch die Zirkulation vermittelten Konsumtionsprozeß ebensosehr ein wie den Reproduktionsprozeß des Kapitals selbst.

Und zwar ist der Reproduktionsprozeß für unsern vorliegenden Zweck zu betrachten vom Standpunkt sowohl des Wert- wie des Stoffersatzes der einzelnen Bestandteile von W'. Wir können uns jetzt nicht mehr begnügen, wie bei Analyse des Produktenwerts des einzelnen Kapitals, mit der Voraussetzung, daß der einzelne Kapitalist die Bestandteile seines Kapitals durch Verkauf seines Warenprodukts erst in Geld umsetzen und dann durch Wiederkauf der Produktionselemente auf dem Warenmarkt in produktives Kapital rückverwandeln kann. Jene Produktionselemente, soweit sie sachlicher Natur, bilden ebensowohl einen Bestandteil des gesellschaftlichen Kapitals wie das individuelle fertige Produkt, das sich gegen sie austauscht und sich durch sie ersetzt. Andrerseits bildet die Bewegung des Teils des gesellschaftlichen Warenprodukts, das vom Arbeiter in Verausgabung seines Arbeitslohns und vom Kapitalisten in Verausgabung des Mehrwerts verzehrt wird, nicht nur ein integrierendes Glied der Bewegung des Gesamtprodukts, sondern sie verschlingt sich mit der Bewegung der individuellen Kapitale, und ihr Vorgang kann daher nicht dadurch erklärt werden, daß man ihn einfach voraussetzt.

Die Frage, wie sie unmittelbar vorliegt, ist die: Wie wird das in der Produktion verzehrte Kapital seinem Wert nach aus dem jährlichen Produkt ersetzt, und wie verschlingt sich die Bewegung dieses Ersatzes mit der Konsumtion des Mehrwerts durch die Kapitalisten und des Arbeitslohns durch die Arbeiter? Es handelt sich also zunächst um die Reproduktion auf einfacher Stufenleiter. Ferner wird unterstellt nicht nur, daß die Produkte ihrem Wert nach sich austauschen, sondern auch, daß keine Wertrevolution in den Bestandteilen des produktiven Kapitals vorgehe. Soweit die Preise von den Werten abweichen, kann dieser Umstand übrigens auf die Bewegung des gesellschaftlichen Kapitals keinen Einfluß ausüben. Es tauschen sich nach wie vor im ganzen dieselben Massen Produkte aus, obgleich die einzelnen Kapitalisten dabei in Wertverhältnissen beteiligt sind, die nicht mehr proportionell wären ihren respektiven Vorschüssen und den von jedem von ihnen einzeln produzierten Mehrwertmassen. Was aber Wertrevolutionen angeht, so ändern sie nichts an den Verhältnissen zwischen den Wertbestandteilen des jährlichen Gesamtprodukts, soweit sie allgemein und gleichmäßig verteilt sind. Soweit sie dagegen partiell und nicht gleichmäßig verteilt sind, stellen sie Störungen dar, welche erstens als solche nur verstanden werden können, soweit sie als Abweichungen von gleichbleibenden Wertverhältnissen betrachtet werden; zweitens aber, wenn das Gesetz nachgewiesen, wonach ein Wertteil des jährlichen Produkts konstantes, ein andrer variables Kapital ersetzt, so würde eine Revolution, sei es im Wert des konstanten, sei es des variablen Kapitals, an diesem Gesetz nichts ändern. Sie würde nur die relative Größe der Wertteile ändern, die in der einen oder andern Qualität fungieren, weil an die Stelle der ursprünglichen Werte andre Werte getreten wären.

Solange wir die Wertproduktion und den Produktenwert des Kapitals individuell betrachteten, war die Naturalform des Warenprodukts für die Analyse ganz gleichgültig, ob sie z.B. aus Maschinen bestand oder aus Korn oder aus Spiegeln. Es war dies immer Beispiel, und jeder beliebige Produktionszweig konnte gleichmäßig zur Illustration dienen. Womit wir es zu tun hatten, war der unmittelbare Produktionsprozeß selbst, der auf jedem Punkt als Prozeß eines individuellen Kapitals sich darstellt. Soweit die Reproduktion des Kapitals in Betracht kam, genügte es zu unterstellen, daß innerhalb der Zirkulationssphäre der Teil des Warenprodukts, welcher Kapitalwert darstellt, die Gelegenheit findet, sich in seine Produktionselemente und daher in seine Gestalt als produktives Kapital rückzuverwandeln; ganz wie es genügte zu unterstellen, daß Arbeiter und Kapitalist auf dem Markte die Waren vorfinden, worin sie Arbeitslohn und Mehrwert verausgaben. Diese nur formelle Manier der Darstellung genügt nicht mehr bei Betrachtung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals und seines Produktenwerts. Die Rückverwandlung eines Teils des Pro duktenwerts in Kapital, das Eingehn eines andern Teils in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten-wie der Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerts selbst, worin das Gesamtkapital resultiert hat; und diese Bewegung ist nicht nur Wertersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt durch das gegenseitige Verhältnis der Wertbestandteile des gesellschaftlichen Produkts wie durch ihren Gebrauchswert, ihre stoffliche Gestalt.

Die49 einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter erscheint insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse, worin produziert wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausgesetzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, daß ein gesellschaftliches Kapital von gegebnem Wert, wie im vorigen Jahr so in diesem, dieselbe Masse Warenwerte wieder liefert und dasselbe Quantum Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waren sich im Reproduktionsprozeß ändern mögen. Indes, soweit Akkumulation stattfindet, bildet die einfache Reproduktion stets einen Teil derselben, kann also für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation. Der Wert des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse der Gebrauchswerte gleichbleibt; der Wert kann derselbe bleiben, obgleich die Masse der Gebrauchswerte abnimmt; Wertmasse und Masse der reproduzierten Gebrauchswerte können gleichzeitig abnehmen. Alles dies kommt darauf hinaus, daß die Reproduktion entweder unter günstigern Umständen als vorher stattfindet oder unter erschwerenden, welche letztre in eine unvollkommne Reproduktion – mangelhafte – resultieren können. Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproduzierendes Kapital oder als reproduzierte Revenue in dem Gesamtprozeß spielen.

II. Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion50

Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:

1. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.

II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn.

In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.

In jeder Abteilung zerfällt das Kapital in zwei Bestandteile:

1. Variables Kapital. Dies, dem Wert nach betrachtet, ist gleich dem Wert der in diesem Produktionszweig angewandten gesellschaftlichen Arbeitskraft, also gleich der Summe der dafür gezahlten Arbeitslöhne. Dem Stoff nach betrachtet, besteht es aus der sich betätigenden Arbeitskraft selbst, d.h. aus der von diesem Kapitalwert in Bewegung gesetzten lebendigen Arbeit.

2. Konstantes Kapital, d.h. den Wert aller zur Produktion in diesem Zweig angewandten Produktionsmittel. Diese zerfallen ihrerseits wieder in fixes Kapital: Maschinen, Arbeitswerkzeuge, Baulichkeiten, Arbeitsvieh etc.; und in zirkulierendes konstantes Kapital: Produktionsmaterialien, wie Roh- und Hilfsstoffe, Halbfabrikate etc.

Der Wert des mit Hilfe dieses Kapitals in jeder der beiden Abteilungen erzeugten gesamten Jahresprodukts zerfällt in einen Wertteil, der das in der Produktion aufgezehrte und seinem Wert nach auf das Produkt nur übertragne konstante Kapital c darstellt, und in den durch die gesamte Jahresarbeit zugesetzten Wertteil. Dieser letztre zerfällt wieder in den Ersatz des vorgeschoßnen variablen Kapitals v und in den Überschuß darüber, der den Mehrwert m bildet. Wie der Wert jeder einzelnen Ware, so zerfällt also auch der des gesamten Jahresprodukts jeder Abteilung in c + v + m.

Der Wertteil c, der das in der Produktion verzehrte konstante Kapital darstellt, deckt sich nicht mit dem Wert des in der Produktion angewandten konstanten Kapitals. Die Produktionsstoffe sind zwar ganz verzehrt, und ihr Wert ist daher ganz auf das Produkt übertragen. Aber nur ein Teil des angewandten fixen Kapitals ist ganz verzehrt, sein Wert daher auf das Produkt übergegangen. Ein andrer Teil des fixen Kapitals, Maschinen, Gebäude etc., existiert und fungiert fort, nach wie vor, wenn auch mit durch den Jahresverschleiß vermindertem Wert. Dieser fortfungierende Teil des fixen Kapitals existiert nicht für uns, wenn wir den Produktenwert betrachten. Er bildet einen, von diesem neuproduzierten Warenwert unabhängigen, neben ihm vorhandnen Teil des Kapitalwerts. Dies zeigte sich bereits bei Betrachtung des Produktenwerts eines Einzelkapitals (Buch I, Kap. VI, S. 192). Hier müssen wir jedoch vorläufig von der dort angewandten Betrachtungsweise abstrahieren. Wir sahen bei Betrachtung des Produktenwerts des Einzelkapitals, daß der dem fixen Kapital durch Verschleiß entzogne Wert sich auf das während der Verschleißzeit erzeugte Warenprodukt überträgt, einerlei ob ein Teil dieses fixen Kapitals während dieser Zeit in natura aus diesem übertragnen Wert ersetzt wird oder nicht. Dagegen sind wir hier, bei Betrachtung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts und seines Werts, genötigt, wenigstens vorläufig von dem durch Verschleiß von fixem Kapital während des Jahrs auf das Jahresprodukt übertragnem Wertteil zu abstrahieren, soweit dies fixe Kapital nicht während des Jahrs auch wieder in natura ersetzt worden ist. In einem spätern Abschnitt dieses Kapitels werden wir dann diesen Punkt getrennt erörtern.

Für unsre Untersuchung der einfachen Reproduktion wollen wir folgendes Schema zugrunde legen, worin c = konstantes Kapital, v = variables Kapital, m = Mehrwert ist und das Verwertungsverhältnis m/v zu 100% angenommen wird. Die Zahlen mögen Millionen Mark, Franken oder Pfund Sterling bedeuten.

I. Produktion von Produktionsmitteln:

Kapital...... 4000c + 1000v = 5000.

Warenprodukt 4000c + 1000v + 1000m = 6000,

existierend in Produktionsmitteln.

II. Produktion von Konsumtionsmitteln:

Kapital...... 2000c + 500v = 2500.

Warenprodukt 2000c + 500v + 500m = 3000,

existierend in Konsumtionsmitteln.

Rekapituliert, jährliches Gesamtwarenprodukt:

I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000 Produktionsmittel.

II. 2000c + 500v + 500m = 3000 Konsumtionsmittel.

Gesamtwert = 9000, wovon das in seiner Naturalform fortfungierende fixe Kapital nach der Voraussetzung ausgeschlossen ist.

Wenn wir nun die auf Grundlage einfacher Reproduktion, wo also der ganze Mehrwert unproduktiv konsumiert wird, notwendigen Umsätze untersuchen und dabei zunächst die sie vermittelnde Geldzirkulation unbeachtet lassen, so ergeben sich uns von vornherein drei große Anhaltspunkte.

1. Die 500v, Arbeitslohn der Arbeiter, und die 500m, Mehrwert der Kapitalisten der Abteilung II, müssen in Konsumtionsmitteln verausgabt werden. Aber ihr Wert existiert in den Konsumtionsmitteln zum Wert von 1000v, die in den Händen der Kapitalisten, Abteilung II, die vorgeschoßnen 500v ersetzen und die 500m repräsentieren. Arbeitslohn und Mehrwert der Abteilung II werden also innerhalb Abteilung II gegen Produkt von II umgesetzt. Damit verschwinden aus dem Gesamtprodukt (500v + 500m) II = 1000 in Konsumtionsmitteln.

2. Die 1000v + 1000m der Abteilung I müssen ebenfalls in Konsumtionsmitteln verausgabt werden, also in Produkt von Abteilung II. Sie müssen sich also austauschen gegen den von diesem Produkt noch übrigen, dem Belauf nach gleichen, konstanten Kapitalteil 2000c. Dafür erhält Abteilung II einen gleichen Betrag von Produktionsmitteln, Produkt von I, worin der Wert der 1000v + 1000m von I verkörpert. Damit verschwinden aus der Rechnung 2000 IIc und (1000v + 1000m) I.

3. Es bleiben noch 4000 Ic. Diese bestehn in Produktionsmitteln, die nur in Abteilung I vernutzt werden können, zum Ersatz ihres verzehrten konstanten Kapitals dienen, und daher durch gegenseitigen Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I ebenso ihre Erledigung finden wie die (500v + 500m) II durch Austausch zwischen den Arbeitern und Kapitalisten, resp. zwischen den einzelnen Kapitalisten von II.

Dies einstweilen nur zum bessern Verständnis des Nachfolgenden.

III. Der Umsatz zwischen den beiden Abteilungen: I (v + m) gegen II c

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Wir beginnen mit dem großen Austausch zwischen beiden Klassen. (1000v + 1000m) I – diese Werte, die in den Händen ihrer Produzenten in der Naturalform von Produktionsmitteln bestehn, tauschen sich aus gegen 2000 IIc, gegen Werte, die unter der Naturalform von Konsumtionsmitteln bestehn. Die Kapitalistenklasse II hat dadurch ihr konstantes Kapital = 2000 aus der Form von Konsumtionsmitteln wieder in die von Produktionsmitteln der Konsumtionsmittel umgesetzt, in eine Form, worin es von neuem als Faktor des Arbeitsprozesses und für die Verwertung als konstanter Kapitalwert fungieren kann. Andrerseits ist dadurch das Äquivalent für die Arbeitskraft in I (1000 Iv) und der Mehrwert der Kapitalisten I (1000 Im) realisiert in Konsumtionsmitteln; beide sind aus ihrer Naturalform von Produktionsmitteln umgesetzt in eine Naturalform, worin sie als Revenue verzehrt werden können.

Dieser wechselseitige Umsatz kommt aber zustande durch eine Geldzirkulation, die ihn ebensosehr vermittelt, wie sie sein Verständnis erschwert, die aber entscheidend wichtig ist, weil der variable Kapitalteil immer von neuem in Geldform auftreten muß, als Geldkapital, das sich aus Geldform in Arbeitskraft umsetzt. Das variable Kapital muß in allen auf der ganzen Peripherie der Gesellschaft gleichzeitig nebeneinander betriebnen Geschäftszweigen, einerlei ob sie der Kategorie I oder II angehören, in Geldform vorgeschossen werden. Der Kapitalist kauft die Arbeitskraft, ehe sie in den Produktionsprozeß eintritt, zahlt sie aber erst in verabredeten Terminen, nachdem sie schon verausgabt ist in der Produktion von Gebrauchswert. Wie der übrige Wertteil des Produkts, gehört ihm auch der Teil desselben, der nur ein Äquivalent für das in Zahlung der Arbeitskraft verausgabte Geld ist, der den variablen Kapitalwert repräsentierende Wertteil des Produkts. In diesem Wertteil selbst hat der Arbeiter ihm das Äquivalent für seinen Arbeitslohn bereits geliefert. Es ist aber die Rückverwandlung der Ware in Geld, ihr Verkauf, die dem Kapitalisten sein variables Kapital wieder herstellt als Geldkapital, das er von neuem in Ankauf der Arbeitskraft vorschießen kann.

In Abteilung I hat der Gesamtkapitalist also 1000 Pfd. St. (ich sage Pfd. St., bloß um zu bezeichnen, daß es Wert in Geldform ist) = 1000v an die Arbeiter gezahlt für den bereits als v-Teil existierenden Wertteil des Produkts I, d.h. der von ihnen produzierten Produktionsmittel. Die Arbeiter kaufen mit diesen 1000 Pfd. St. für selben Wert Konsumtionsmittel von den Kapitalisten II und verwandeln so eine Hälfte des konstanten Kapitals II in Geld; die Kapitalisten II ihrerseits kaufen mit diesen 1000 Pfd. St. Produktionsmittel zum Wert von 1000 von den Kapitalisten I; damit ist für diese letztern der variable Kapitalwert = 1000v, der als Teil ihres Produkts in der Naturalform von Produktionsmitteln bestand, wieder in Geld verwandelt und kann jetzt in der Hand der Kapitalisten I von neuem als Geldkapital fungieren, das in Arbeitskraft, also in das wesentlichste Element des produktiven Kapitals, umgesetzt wird. Auf diesem Weg strömt ihnen ihr variables Kapital in Geldform zurück, infolge der Realisation eines Teils ihres Warenkapitals.

Was aber das Geld betrifft, das nötig ist für den Umsatz des m-Teils des Warenkapitals I gegen die zweite Hälfte des konstanten Kapitalteils II, so kann es auf verschiedne Weise vorgeschossen werden. In der Wirklichkeit umschließt diese Zirkulation eine zahllose Masse einzelner Käufe und Verkäufe der Kapitalindividuen beider Kategorien, wobei aber unter allen Umständen das Geld von diesen Kapitalisten herrühren muß, da wir bereits mit der von den Arbeitern in Zirkulation geworfnen Geldmasse abgerechnet. Es kann bald ein Kapitalist der Kategorie II aus seinem neben dem produktiven Kapital vorhandnen Geldkapital sich Produktionsmittel bei Kapitalisten der Kategorie I kaufen, bald umgekehrt ein Kapitalist der Kategorie I aus für persönliche Ausgabe, nicht Kapitalausgabe, bestimmtem Geldfonds Konsumtionsmittel bei Kapitalisten der Kategorie II kaufen. Gewisse Geldvorräte – sei es für Kapitalvorschuß, sei es für Verausgabung von Revenue – müssen, wie schon oben in Abschnitt I und II gezeigt, unter allen Umständen neben dem produktiven Kapital in den Händen des Kapitalisten als vorhanden vorausgesetzt werden. Unterstellen wir – die Proportion ist dabei ganz gleichgültig für unsern Zweck – die Hälfte des Geldes werde von den Kapitalisten II für den Ersatz ihres konstanten Kapitals im Ankauf von Produktionsmitteln vorgeschossen, die andre Hälfte von den Kapitalisten I für Konsumtion verausgabt, so: Abteilung II schießt 500 Pfd. St. vor und kauft damit von I Produktionsmittel, hat damit (inklusive der obigen, von den Arbeitern I herrührenden 1000 Pfd. St.) 3/4 ihres konstanten Kapitals in natura ersetzt; Abteilung I kauft mit den so erhaltnen 500 Pfd. St. Konsumtionsmittel von II und hat damit für die Hälfte des aus m bestehenden Teils ihres Warenkapitals die Zirkulation w – g – w beschrieben, dies ihr Produkt realisiert in Konsumtionsfonds. Durch diesen zweiten Prozeß kehren die 500 Pfd. St. in die Hände von II zurück als Geldkapital, das es neben seinem produktiven Kapital besitzt. Andrerseits antizipiert I für die Hälfte des noch als Produkt bei ihm lagernden Teils m seines Warenkapitals – vor dem Verkauf desselben – Geldausgabe zum Betrag von 500 Pfd. St. für Ankauf von Konsumtionsmitteln II. Mit denselben 500 Pfd. St. kauft II Produktionsmittel von I und hat damit sein ganzes konstantes Kapital (1000 + 500 + 500 = 2000) in natura ersetzt, während I seinen ganzen Mehrwert in Konsumtionsmitteln realisiert hat. Im ganzen hätte ein Umsatz von Waren zum Belauf von 4000 Pfd. St. stattgefunden mit einer Geldzirkulation von 2000 Pfd. St., eine Größe der letztren, die nur herauskommt, weil das gesamte Jahresprodukt als auf einmal in wenigen großen Quoten umgesetzt dargestellt wird. Das Wichtige hierbei ist nur der Umstand, daß II nicht nur sein in Form von Konsumtionsmitteln reproduziertes konstantes Kapital wieder in die Form von Produktionsmitteln umgesetzt, sondern außerdem die 500 Pfd. St., die es im Ankauf von Produktionsmitteln der Zirkulation vorgeschossen, ihm zurückkehren; und daß ebenso I nicht nur sein variables Kapital, das es in Form von Produktionsmitteln reproduziert, wieder in Geldform besitzt, als Geldkapital, das von neuem direkt in Arbeitskraft umsetzbar ist, sondern daß ihm außerdem die 500 Pfd. St. zurückströmen, die es, vor Verkauf des Mehrwertteils seines Kapitals, antizipierend im Ankauf von Konsumtionsmitteln verausgabt. Sie strömen ihm aber zurück, nicht durch die stattgehabte Verausgabung, sondern durch den nachfolgenden Verkauf eines seinen halben Mehrwert tragenden Teils seines Warenprodukts.

In beiden Fällen wird nicht nur das konstante Kapital von II wieder umgesetzt aus der Produktform in die Naturalform von Produktionsmitteln, worin es allein als Kapital fungieren kann; und ebenso wird nicht nur der variable Kapitalteil von I in Geldform und der Mehrwertteil der Produktionsmittel I in konsumable, als Revenue verzehrbare Form umgesetzt. Sondern außerdem strömen an II die 500 Pfd. St. Geldkapital zurück, die es im Ankauf von Produktionsmitteln vorgeschossen, bevor es den entsprechenden, sie kompensierenden Wertteil des konstanten Kapitals – vorhanden in Form von Konsumtionsmitteln – verkauft hat; und ferner an I die 500 Pfd. St., die es im Ankauf von Konsumtionsmitteln antizipando verausgabt hat. Wenn an II das auf Rechnung des konstanten Teils seines Warenprodukts vorgeschoßne und an I das auf Rechnung eines Mehrwertteils seines Warenprodukts vorgeschoßne Geld zurückströmt, so nur, weil die eine Klasse Kapitalisten außer dem in Warenform II existierenden konstanten Kapital, die andre außer dem in Warenform I existierenden Mehrwert noch je 500 Pfd. St. Geld in Zirkulation geworfen. Sie haben sich schließlich wechselseitig vollständig bezahlt durch den Austausch ihrer resp. Warenäquivalente. Das Geld, das sie über die Wertbeträge ihrer Waren hinaus in Zirkulation geworfen, als Mittel dieses Warenumsatzes, kehrt jedem von ihnen aus der Zirkulation zurück, pro rata der Quote davon, die jedes von beiden in Zirkulation geworfen. Sie sind dadurch um keinen Deut reicher geworden. II besaß ein konstantes Kapital = 2000 in Form von Konsumtionsmitteln + 500 in Geld; es besitzt jetzt 2000 in Produktionsmitteln und 500 in Geld wie vorher; ebenso I besitzt, wie vorher, einen Mehrwert von 1000 (aus Waren, Produktionsmitteln, jetzt verwandelt in Konsumtionsfonds) + 500 in Geld, wie vorher. – Es folgt allgemein: Von dem Geld, das die industriellen Kapitalisten in Zirkulation werfen zur Vermittlung ihrer eignen Warenzirkulation, sei es nun auf Konto des konstanten Wertteils der Ware oder des in den Waren existierenden Mehrwerts, soweit er als Revenue verausgabt wird, kehrt so viel zurück in die Hände der respektiven Kapitalisten, als sie für die Geldzirkulation vorgeschossen.

Was die Rückverwandlung des variablen Kapitals der Klasse I in Geldform betrifft, so existiert es für die Kapitalisten I, nachdem sie es in Arbeitslohn ausgelegt haben, zunächst in der Warenform, worin es ihnen die Arbeiter geliefert haben. Sie haben es in Geldform diesen letztren als den Preis ihrer Arbeitskraft ausgezahlt. Sie haben sofern den Wertbestand teil ihres Warenprodukts bezahlt, der gleich diesem in Geld ausgelegten variablen Kapital. Dafür sind sie Eigner auch dieses Teils des Warenprodukts. Aber der von ihnen angewandte Teil der Arbeiterklasse ist kein Käufer der von ihm selbst produzierten Produktionsmittel; er ist Käufer der von II produzierten Konsumtionsmittel. Das bei der Zahlung der Arbeitskraft in Geld vorgeschoßne variable Kapital kehrt also nicht direkt an die Kapitalisten I zurück. Es geht durch die Käufe der Arbeiter über in die Hände der kapitalistischen Produzenten der dem Arbeiterkreis notwendigen und überhaupt zugänglichen Waren, also in die Hände der Kapitalisten II, und erst indem diese das Geld zum Ankauf von Produktionsmitteln verwenden – erst auf diesem Umweg kehrt es zurück in die Hände der Kapitalisten I.

Es ergibt sich, daß bei einfacher Reproduktion die Wertsumme v + m des Warenkapitals I (also auch ein entsprechender proportioneller Teil des Gesamtwarenprodukts I) gleich sein muß dem ebenfalls als proportioneller Teil des gesamten Warenprodukts der Klasse II ausgeschiednen konstanten Kapital IIc; oder I(v + m) = IIc.

IV. Der Umsatz innerhalb Abteilung II. Notwendige Lebensmittel und Luxusmittel

Vom Wert des Warenprodukts der Abteilung II sind nun noch zu untersuchen die Bestandteile v + m. Ihre Betrachtung hat nichts zu tun mit der wichtigsten Frage, die uns hier beschäftigt: inwiefern nämlich die Zerfällung des Werts jedes individuellen kapitalistischen Warenprodukts in c + v + m, wenn auch durch verschiedne Erscheinungsform vermittelt, ebenfalls gilt für den Wert des jährlichen Gesamtprodukts. Diese Frage wird gelöst durch den Umsatz von I(v + m) gegen IIc einerseits, durch die für später vorbehaltne Untersuchung der Reproduktion von Ic im jährlichen Warenprodukt I andrerseits. Da II(v + m) in der Naturalform von Konsumtionsartikeln existiert, da das den Arbeitern in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßne variable Kapital von selben im ganzen und großen in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß, und da der Wertteil m der Waren, bei Voraussetzung der einfachen Reproduktion, faktisch in Konsumtionsmitteln als Revenue verausgabt wird, so ist prima facie klar, daß die Arbeiter II mit dem von den Kapitalisten II erhaltnen Arbeitslohn einen Teil ihres eignen Produkts – entsprechend dem Umfang des als Arbeitslohn erhaltnen Geldwerts – wiederkaufen. Da durch verwandelt die Kapitalistenklasse II ihr in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßnes Geldkapital zurück in Geldform; es ist ganz dasselbe, als hätten sie die Arbeiter in bloßen Wertmarken gezahlt. Sobald die Arbeiter diese Wertmarken realisieren durch Kauf eines Teils des von ihnen produzierten und den Kapitalisten gehörigen Warenprodukts, würden diese Wertmarken in die Hände der Kapitalisten zurückkehren, bloß daß hier die Marke Wert nicht nur vorstellt, sondern in ihrer goldnen oder silbernen Leiblichkeit besitzt. Diese Sorte Rückfluß des in Geldform vorgeschoßnen variablen Kapitals durch den Prozeß, worin die Arbeiterklasse als Käufer und die Kapitalistenklasse als Verkäufer erscheint, werden wir später näher untersuchen. Hier aber handelt es sich um einen andern Punkt, der bei diesem Rückfluß des variablen Kapitals zu seinem Ausgangspunkt zu erörtern ist.

Die Kategorie II der jährlichen Warenproduktion besteht aus den mannigfaltigsten Industriezweigen, die aber – mit Bezug auf ihre Produkte – in zwei große Unterabteilungen zerfällt werden können:

a) Konsumtionsmittel, die in den Konsum der Arbeiterklasse eingehn und, soweit sie notwendige Lebensmittel, wenn auch oft der Qualität und dem Wert nach verschieden von denen der Arbeiter, auch einen Teil der Konsumtion der Kapitalistenklasse bilden. Diese ganze Unterabteilung können wir für unsern Zweck zusammenfassen unter der Rubrik: Notwendige Konsumtionsmittel, wobei es ganz gleichgültig, ob ein solches Produkt, wie z.B. Tabak, vom physiologischen Standpunkt aus ein notwendiges Konsumtionsmittel ist oder nicht; genug, daß es gewohnheitsmäßig ein solches.

b) Luxus-Konsumtionsmittel, die nur in den Konsum der Kapitalistenklasse eingehn, also nur gegen verausgabten Mehrwert umgesetzt werden können, der dem Arbeiter nie zufällt. Bei der ersten Rubrik ist klar, daß das in der Produktion der ihr angehörigen Warensorten vorgeschoßne variable Kapital in Geldform direkt zurückfließen muß an den Teil der Kapitalistenklasse II (also an die Kapitalisten IIa), welche diese notwendigen Lebensmittel produziert. Sie verkaufen sie an ihre eignen Arbeiter zum Betrag des diesen in Arbeitslohn ausgezahlten variablen Kapitals. Dieser Rückfluß ist direkt mit Bezug auf diese ganze Unterabteilung a der Kapitalistenklasse II, so zahlreich auch die Transaktionen zwischen den Kapitalisten der verschiednen beteiligten Industriezweige sein mögen, wodurch dies rückfließende variable Kapital pro rata verteilt wird. Es sind Zirkulationsprozesse, deren Zirkulationsmittel direkt geliefert werden durch das von den Arbeitern ausgegebne Geld. Anders verhält es sich aber mit Unterabteilung IIb. Der ganze Teil des Wertprodukts, mit dem wir es hier zu tun haben, IIb(v + m) besteht unter der Naturalform von Luxusartikeln, d.h. Artikeln, die die Arbeiterklasse ebensowenig kaufen kann wie den unter Form von Produktionsmitteln bestehenden Warenwert Iv; obgleich diese Luxusmittel wie jene Produktionsmittel Produkte dieser Arbeiter. Der Rückfluß, wodurch das in dieser Unterabteilung vorgeschoßne variable Kapital den kapitalistischen Produzenten in seiner Geldform wiederkehrt, kann also nicht direkt, sondern muß vermittelt sein, ähnlich wie sub Iv.

Nehmen wir z.B. an wie oben für die gesamte Klasse II: v = 500; m = 500; aber das variable Kapital und der ihm entsprechende Mehrwert seien verteilt wie folgt:

Unterabteilung a: Notwendige Lebensmittel: v = 400, m = 400; also eine Warenmasse in notwendigen Konsumtionsmitteln zum Wert von 400v + 400m = 800, oder IIa (400v + 400m).

Unterabteilung b: Luxusmittel zum Wert von 100v + 100m = 200, oder IIb (100v + 100m).

Die Arbeiter von IIb haben in Zahlung für ihre Arbeitskraft 100 erhalten in Geld, sage 100 Pfd. St.; sie kaufen damit von den Kapitalisten IIa Konsumtionsmittel zum Betrag von 100. Diese Kapitalistenklasse kauft damit für 100 der Ware IIb, womit den Kapitalisten IIb ihr variables Kapital in Geldform zurückströmt.

In IIa existieren bereits 400v wieder in Geldform in der Hand der Kapitalisten durch Austausch mit ihren eignen Arbeitern; von dem den Mehrwert darstellenden Teil ihres Produkts ist außerdem der vierte Teil an die Arbeiter IIb abgetreten und dafür IIb (100v) in Luxuswaren bezogen worden.

Wenn wir nun gleiche verhältnismäßige Teilung der Revenueausgabe in notwendige Lebensmittel und Luxusmittel bei den Kapitalisten IIa und IIb voraussetzen – annehmen, daß beide je 3/5 in notwendigen Lebensmitteln, 2/5 in Luxusmitteln ausgeben, so werden die Kapitalisten der Unterklasse IIa ihre Mehrwertsrevenue von 400m auslegen zu 3/5 in ihren eignen Produkten, notwendigen Lebensmitteln, also 240; und zu 2/5 = 160 in Luxusmitteln. Die Kapitalisten der Unterklasse IIb werden ihren Mehrwert = 100m ebenso verteilen: 3/5 = 60 auf notwendige und 2/5 = 40 auf Luxusmittel: diese letztren innerhalb ihrer eignen Unterklasse produziert und umgesetzt.

Die 160 Luxusmittel, die (IIa)m erhält, fließen den Kapitalisten IIa zu wie folgt: Von den (IIa) 400m wurden, wie wir sahen, 100 in Form von notwendigen Lebensmitteln ausgetauscht gegen gleichen Betrag von (IIb)v, die in Luxusmitteln existieren, und weitere 60 in notwendigen Lebensmitteln gegen (IIb) 60m in Luxusmitteln. Die Gesamtrechnung steht dann so:

IIa: 400v + 400m; IIb: 100v + 100m.

1. 400v (a) werden aufgegessen von den Arbeitern IIa, von deren Produkt (notwendigen Lebensmitteln) sie einen Teil bilden; die Arbeiter kaufen sie von den kapitalistischen Produzenten ihrer eignen Abteilung. Diesen kehrt damit 400 Pfd. St. Geld zurück, ihr selbigen Arbeitern in Arbeitslohn gezahlter variabler Kapitalwert von 400; womit sie Arbeitskraft von neuem kaufen können.

2. Ein Teil der 400m (a), gleich den 100v (b), also 1/4 des Mehrwerts (a), wird realisiert in Luxusartikeln wie folgt: Die Arbeiter (b) erhielten von den Kapitalisten ihrer Abteilung (b) in Arbeitslohn 100 Pfd. St.; sie kaufen damit 1/4 von m (a), d.h. Waren, die in notwendigen Lebensmitteln bestehn; die Kapitalisten von a kaufen mit diesem Geld zum selben Wertbelauf Luxusartikel = 100v (b), d.h. eine Hälfte der ganzen Luxusproduktion. Damit kehrt den Kapitalisten b ihr variables Kapital in Geldform zurück, und sie können durch Erneuerung des Ankaufs der Arbeitskraft ihre Reproduktion von neuem beginnen, da das ganze konstante Kapital der Gesamtklasse II schon ersetzt ist durch den Austausch von I(v + m) gegen IIc. Die Arbeitskraft der Luxusarbeiter ist also nur dadurch neu verkäuflich, daß der als Äquivalent für ihren Arbeitslohn geschaffne Teil ihres eignen Produkts, von den Kapitalisten IIa in ihren Konsumtionsfonds gezogen, vermöbelt wird. (Dasselbe gilt für den Verkauf der Arbeitskraft sub I; da das IIc, wogegen sich I(v + m) austauscht, sowohl aus Luxusmitteln wie notwendigen Lebensmitteln besteht und was durch I(v + m) erneuert wird, sowohl die Produktionsmittel der Luxus-wie der notwendigen Lebensmittel ausmacht.)

3. Wir kommen zum Austausch zwischen a und b, soweit er nur Austausch der Kapitalisten der beiden Unterabteilungen. Durch das Bisherige ist erledigt das variable Kapital (400v) und ein Teil des Mehrwerts (100m) in a und das variable Kapital (100v) in b. Wir nahmen ferner an als Durchschnittsverhältnis der kapitalistischen Revenueausgabe in beiden Klassen 2/5 für Luxus und 3/5 für notwendige Lebensbedürfnisse. Außer den bereits für Luxus ausgegebnen 100 entfällt daher auf die ganze Unterklasse a noch 60 für Luxus und im selben Verhältnis, d.h. 40, auf b.

(IIa)m wird also verteilt auf 240 für Lebensmittel und 160 für Luxusmittel = 240 + 160 = 400m (IIa).

(IIb)m verteilt sich in 60 für Lebensmittel und 40 für Luxus: 60 + 40 = 100m (IIb). Die letzten 40 konsumiert diese Klasse aus ihrem eignen Produkt (2/5 ihres Mehrwerts); die 60 für Lebensmittel erhält sie dadurch, daß sie 60 ihres Mehrprodukts für 60m (a) austauscht.

Wir haben also für die ganze Kapitalistenklasse II (wobei v + m bei Unterabteilung a in notwendigen Lebensmitteln existiert, bei b in Luxusmitteln):

IIa (400v + 400m) + IIb (100v + 100m) = 1000; durch die Bewegung so realisiert: 500v (a + b) 〈realisiert in 400v (a) und 100m (a)} + 500m (a + b) 〈realisiert in 300m (a) + 100v (b) + 100m(b)} = 1000.

Für a und b, jedes für sich betrachtet, erhalten wir die Realisation:

a) v/(400va) + m/[240m(a) + 100v(b) + 60m(b)] = 800

b) v/100m(a) + m/[60m(a) + 40m(b) .....] = 200/1000

Halten wir der Einfachheit halber dasselbe Verhältnis zwischen variablem und konstantem Kapital fest (was beiläufig durchaus nicht nötig), so kommt auf 400v(a) ein konstantes Kapital = 1600 und auf 100v(b) ein konstantes Kapital = 400, und wir haben für II folgende zwei Abteilungen a und b:

IIa) 1600c + 400v + 400m = 2400

IIb) 400c + 100v + 100m = 600

und zusammen:

2000c + 500v + 500m = 3000.

Dementsprechend sind von den 2000 IIc in Konsumtionsmitteln, die ausgetauscht werden gegen 2000 I(v + m), 1600 umgesetzt in Produktionsmittel von notwendigen Lebensmitteln und 400 in Produktionsmittel von Luxusmitteln.

Die 2000 I(v + m) würden also selbst zerfallen in (800v + 800m) I für a = 1600 Produktionsmittel notwendiger Lebensmittel und (200v + 200m) I für b = 400 Produktionsmittel für Luxusmittel.

Ein bedeutender Teil nicht nur der eigentlichen Arbeitsmittel, sondern auch der Roh- und Hilfsstoffe etc. für beide Abteilungen ist gleichartig. Was aber die Umsetzungen der verschiednen Wertteile des gesamten Produkts I(v + m) betrifft, so wäre diese Teilung ganz gleichgültig. Sowohl die obigen 800 Iv wie 200 Iv werden dadurch realisiert, daß der Arbeitslohn in Konsumtionsmitteln 1000 IIc verausgabt wird, also das für selben vorgeschoßne Geldkapital gleichmäßig sich bei der Rückkehr verteilt unter die kapitalistischen Produzenten I, ihnen pro rata ihr vorgeschoßnes variables Kapital wieder in Geld ersetzt: andrerseits, was die Realisation der 1000 Im betrifft, so werden auch hier die Kapitalisten gleichmäßig (proportionell zur Größe ihres m) aus der gesamten zweiten Hälfte von IIc = 1000, 600 IIa und 400 IIb in Konsumtionsmitteln ziehn; also diejenigen, welche das konstante Kapital von IIa ersetzen:

480 (3/5) aus 600c (IIa) und 320 (2/5) aus 400c (IIb) = 800;

die das konstante Kapital von IIb ersetzen:

120 (3/5) aus 600c (IIa) und 80 (2/5) aus 400c (IIb) = 200.

Summa = 1000.

Was hier willkürlich ist, sowohl für I wie für II, ist das Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten wie die Dieselbigkeit dieses Verhältnisses für I und II und für ihre Unterabteilungen. Was diese Dieselbigkeit angeht, so ist sie nur der Vereinfachung wegen hier angenommen, und die Annahme verschiedner Verhältnisse würde absolut nichts ändern an den Bedingungen des Problems und an seiner Lösung. Was sich aber als notwendiges Resultat ergibt, bei Voraussetzung einfacher Reproduktion, ist:

1. Daß das unter Naturalform von Produktionsmitteln geschaffne neue Wertprodukt der Jahresarbeit (zerfällbar in v + m) gleich sei dem konstanten Kapitalwert c des durch den andern Teil der Jahresarbeit hergestellten Produktenwerts, reproduziert in Form von Konsumtionsmitteln. Wäre es geringer als IIc, so könnte II sein konstantes Kapital nicht ganz ersetzen; wäre es größer, so bliebe ein Überschuß unbenutzt liegen. In beiden Fällen wäre die Voraussetzung: einfache Reproduktion, verletzt.

2. Daß bei dem unter Form von Konsumtionsmitteln reproduzierten Jahresprodukt das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital v von dessen Empfängern, soweit sie Luxusarbeiter sind, nur realisierbar ist in dem Teil der notwendigen Lebensmittel, der den kapitalistischen Produzenten derselben ihren Mehrwert prima facie verkörpert: daß also das v, ausgelegt in der Luxusproduktion, gleich ist einem seinem Wertumfang entsprechenden Teil von m, produziert unter der Form von notwendigen Lebensmitteln, also kleiner sein muß als dieses gesamte m – nämlich (IIa)m –, und daß nur durch die Realisierung jenes v in diesem Teil von m den kapitalistischen Produzenten der Luxusartikel ihr vorgeschoßnes variables Kapital in Geldform zurückkehrt. Es ist dies ein ganz analoges Phänomen wie die Realisierung von I(v + m) in IIc; nur daß im zweiten Fall (IIb)v sich realisiert in einem ihm dem Wertumfang nach gleichen Teil von (IIa)m. Diese Verhältnisse bleiben qualitativ maßgebend bei jeder Verteilung des jährlichen Gesamtprodukts, soweit es in den Prozeß der jährlichen durch Zirkulation vermittelten Reproduktion wirklich eingeht, I(v + m) kann nur realisiert werden in IIc, wie IIc in seiner Funktion als Bestandteil des produktiven Kapitals nur erneubar durch diese Realisation; ebenso ist (IIb)v nur realisierbar in einem Teil von (IIa)m, und (IIb)v nur so wieder rückverwandelbar in seine Form als Geldkapital. Selbstredend gilt dies nur, soweit alles dies wirklich ein Resultat des Reproduktionsprozesses selbst ist, also soweit nicht z.B. die Kapitalisten IIb Geldkapital für v durch Kredit anderweitig aufnehmen. Quantitativ dagegen können die Umsetzungen der verschiednen Teile des Jahresprodukts nur so proportionell stattfinden wie oben dargestellt, soweit Stufenleiter und Wertverhältnisse der Produktion stationär bleiben und soweit diese strengen Verhältnisse nicht alteriert werden durch den auswärtigen Handel.

Wenn man nun nach A. Smithscher Weise sagte, I(v + m) lösen sich auf in IIc, und IIc löst sich auf in I(v + m), oder, wie er öfter und noch abgeschmackter zu sagen pflegt, I(v + m) bilden Bestandteile des Preises (resp. Werts, er sagt value in exchange) von IIc, und IIc bildet den ganzen Bestandteil des Werts I(v + m), so könnte und müßte man ebenfalls sagen (IIb)v löst sich auf in (IIa)m, oder (IIa)m in (IIb)v, oder (IIb)v bildet einen Bestandteil des Mehrwerts IIa, und vice versa: der Mehrwert löste sich so auf in Arbeitslohn, resp. variables Kapital, und das variable Kapital bildete einen »Bestandteil« des Mehrwerts. Diese Abgeschmacktheit findet sich soweit in der Tat bei A. Smith, da bei ihm der Arbeitslohn bestimmt ist durch den Wert der notwendigen Lebensmittel, diese Warenwerte dahingegen wieder durch den Wert des in ihnen enthaltnen Arbeitslohns (variablen Kapitals) und Mehrwerts. Er ist so absorbiert durch die Bruchstücke, worin das Wertprodukt eines Arbeitstags auf kapitalistischer Basis zerfällbar – nämlich in v + m –, daß er ganz darüber vergißt, daß es beim einfachen Warenaustausch ganz gleichgültig, ob die in verschiedner Naturalform existierenden Äquivalente aus bezahlter oder unbezahlter Arbeit bestehn, da sie in beiden Fällen gleichviel Arbeit zu ihrer Produktion kosten; und daß es ebenso gleichgültig ist, ob die Ware des A ein Produktionsmittel und die des B ein Konsumtionsmittel, ob nach dem Verkauf die eine Ware als Kapitalbestandteil zu fungieren hat, die andre dagegen in den Konsumtionsfonds eingeht und secundum Adam als Revenue verzehrt wird. Der Gebrauch, den der individuelle Käufer von seiner Ware macht, fällt nicht in den Warenaustausch, in die Zirkulationssphäre, und berührt nicht den Wert der Ware. Dies wird in keiner Weise dadurch anders, daß bei Analyse der Zirkulation des jährlichen gesellschaftlichen Gesamtprodukts die bestimmte Gebrauchsbestimmung, das Moment der Konsumtion der verschiednen Bestandteile jenes Produkts in Betracht kommen muß.

Bei obig konstatierter Umsetzung von (IIb)v gegen einen gleichwertigen Teil von (IIa)m und bei den weitern Umsetzungen zwischen (IIa)m und (IIb)m ist keineswegs vorausgesetzt, daß, seien es die einzelnen Kapitalisten von IIa und IIb, seien es ihre respektiven Gesamtheiten, sie im selben Verhältnis ihren Mehrwert zwischen notwendigen Konsumtionsgegenständen und Luxusmitteln teilen. Einer mag mehr in dieser Konsumtion, ein andrer mehr in jener verausgaben. Auf dem Boden der einfachen Reproduktion ist nur vorausgesetzt, daß eine Wertsumme, gleich dem ganzen Mehrwert, in Konsumtionsfonds realisiert wird. Die Grenzen sind also gegeben. Innerhalb jeder Abteilung mag der eine mehr in a, der andre mehr in b leisten; dies kann sich aber wechselseitig kompensieren, so daß die Kapitalistenklassen a und b, als ganze genommen, sich je im selben Verhältnis an beiden beteiligen. Die Wertverhältnisse – der proportionelle Anteil am Gesamtwert des Produkts II für die zwei Sorten Produzenten a und b – also auch ein bestimmtes quantitatives Verhältnis zwischen den Produktionszweigen, welche jene Produkte liefern – sind aber notwendig gegeben in jedem konkreten Fall; nur das Verhältnis, das beispielsweis figuriert, ist ein hypothetisches; wird ein andres angenommen, so ändert dies nichts an den qualitativen Momenten; nur die quantitativen Bestimmungen würden sich ändern. Tritt aber durch irgendwelche Umstände eine wirkliche Verändrung in der proportionellen Größe von a und b ein, so würden sich auch die Bedingungen der einfachen Reproduktion entsprechend ändern.

Aus dem Umstand, daß (IIb)v realisiert wird in einem äquivalenten Teil von (IIa)m, folgt, daß im Verhältnis, wie der Luxusteil des jährlichen Produkts wächst, wie also ein steigendes Quotum der Arbeitskraft absorbiert wird in der Luxusproduktion – daß im selben Verhältnis die Rückverwandlung des in (IIb)v vorgeschoßnen variablen Kapitals in Geldkapital, das von neuem als Geldform des variablen Kapitals fungiert, und damit die Existenz und Reproduktion des in IIb beschäftigten Teils der Arbeiterklasse – ihre Zufuhr notwendiger Konsumtionsmittel – bedingt wird durch die Verschwendung der Kapitalistenklasse, den Umsatz eines bedeutenden Teils ihres Mehrwerts in Luxusartikel.

Jede Krise vermindert die Luxuskonsumtion momentan; sie verlangsamt, verzögert die Rückverwandlung des (IIb)v in Geldkapital, läßt sie nur teilweis zu und wirft damit einen Teil der Luxusarbeiter aufs Pflaster, während sie andrerseits den Verkauf der notwendigen Konsumtionsmittel eben dadurch auch ins Stocken bringt und verringert. Ganz abgesehn von den gleichzeitig abgedankten, unproduktiven Arbeitern, die für ihre Dienste einen Teil der Luxusausgabe der Kapitalisten empfangen (diese Arbeiter selbst sind pro tanto Luxusartikel) und die sich sehr stark beteiligen namentlich auch an der Konsumtion notwendiger Lebensmittel etc. Umgekehrt in der Prosperitätsperiode, und namentlich während der Zeit ihrer Schwindelblüte – wo schon aus andren Gründen der relative, in Waren ausgedrückte Wert des Geldes fällt (ohne wirkliche sonstige Wertrevolution), also der Preis der Waren, unabhängig von ihrem eignen Wert, steigt. Nicht nur steigt die Konsumtion notwendiger Lebensmittel; die Arbeiterklasse (in die nun ihre ganze Reservearmee aktiv eingetreten) nimmt auch momentanen Anteil an der Konsumtion ihr sonst unzugänglicher Luxusartikel, außerdem auch an der Klasse der notwendigen Konsumtionsartikel, die sonst zum größten Teil »notwendige« Konsumtionsmittel nur für die Kapitalistenklasse bildet, was seinerseits eine Steigerung der Preise hervorruft.

Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten als zahlende kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des »Spitzbuben«. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden). Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müßte – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und »einfachen« (!) Menschenverstand – umgekehrt die Krise entfernen. Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise52.

Man sah vorhin, wie das proportionelle Verhältnis zwischen der Produktion notwendiger Konsumtionsmittel und der Produktion von Luxus die Teilung von II(v + m) zwischen IIa und IIb bedingte – also auch die von IIc zwischen (IIa)c und (IIb)c. Sie greift also den Charakter und die quantitativen Verhältnisse der Produktion bis an die Wurzel an und ist ein wesentlich bestimmendes Moment ihrer Gesamtgestaltung.

Die einfache Reproduktion ist der Sache nach auf die Konsumtion als Zweck gerichtet, obgleich die Ergatterung von Mehrwert als treibendes Motiv der individuellen Kapitalisten erscheint; aber der Mehrwert – welches immer seine proportionelle Größe – soll schließlich hier dienen nur für die individuelle Konsumtion des Kapitalisten.

Soweit die einfache Reproduktion Teil und bedeutendster Teil auch jeder jährlichen Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, bleibt dies Motiv in Begleitung von und im Gegensatz zu dem Motiv der Bereicherung als solcher. Die Sache erscheint in Wirklichkeit verwickelter, weil Teilnehmer (partners) an der Beute – dem Mehrwert des Kapitalisten – als von ihm unabhängige Konsumenten auftreten.

V. Die Vermittlung der Umsätze durch die Geldzirkulation

Soweit bisher entwickelt, verlief die Zirkulation zwischen den verschiednen Klassen von Produzenten nach folgendem Schema.

Abgemacht ist also die Zirkulation von IIc = 2000, das umgesetzt ist gegen I (1000v + 1000m).

Es bleibt – da wir 4000 Ic einstweilen beiseite lassen – noch die Zirkulation von v + m innerhalb Klasse II. Nun teilen sich II(v + m) zwischen die Unterklassen IIa und IIb wie folgt:

Die 400v (a) zirkulieren innerhalb ihrer eignen Unterklasse; die damit bezahlten Arbeiter kaufen dafür von ihnen selbst produzierte notwendige Lebensmittel von ihren Anwendern, den Kapitalisten IIa.

Da die Kapitalisten beider Unterklassen ihren Mehrwert je zu 3/5 in Produkten von IIa (notwendigen Lebensmitteln) und zu 2/5 in Produkten von IIb (Luxusmitteln) verausgaben, so werden 3/5 des Mehrwerts a, also 240, innerhalb der Unterklasse IIa selbst verzehrt; ebenso 2/5 des Mehrwerts b (der in Luxusmitteln produziert und vorhanden ist) innerhalb der Unterklasse IIb.

Es bleiben zwischen IIa und IIb also noch auszutauschen:

auf Seite IIa: 160m,

auf Seite IIb: 100v + 60m. Diese gehn ineinander auf. Die Arbeiter IIb kaufen für ihre in Geldlohn erhaltnen 100 von IIa notwendige Lebensmittel im Betrag von 100. Die Kapitalisten IIb kaufen zum Betrag von 3/5 ihres Mehrwerts = 60 ebenfalls ihre notwendigen Lebensmittel von IIa. Die Kapitalisten IIa erhalten damit das nötige Geld, um die, oben angenommenen, 2/5 ihres Mehrwerts = 160m in den von IIb produzierten Luxuswaren anzulegen (100v, die in den Händen der Kapitalisten IIb als den gezahlten Arbeitslohn ersetzendes Produkt lagern, und 60m). Das Schema hierfür ist also:

wo die eingeklammerten Posten diejenigen sind, die nur innerhalb ihrer eignen Unterklasse zirkulieren und verzehrt werden.

Der direkte Rückfluß des in variablem Kapital vorgeschoßnen Geldkapitals, der nur stattfindet für die Kapitalistenabteilung IIa, die notwendige Lebensmittel produziert, ist nur eine durch spezielle Bedingungen modifizierte Erscheinung des früher erwähnten allgemeinen Gesetzes, daß den Warenproduzenten, die der Zirkulation Geld vorschießen, selbes zurückkehrt bei normalem Verlauf der Warenzirkulation. Woraus beiläufig folgt, daß, wenn hinter dem Warenproduzenten überhaupt ein Geldkapitalist steht, der wieder dem industriellen Kapitalisten Geldkapital (in dem strengsten Sinne des Worts, also Kapitalwert in Geldform) vorschießt, der eigentliche Rückflußpunkt dieses Geldes die Tasche dieses Geldkapitalisten ist. In dieser Weise, obgleich das Geld durch alle Hände mehr oder weniger zirkuliert, gehört die Masse des zirkulierenden Geldes der in Form von Banken etc. organisierten und konzentrierten Abteilung des Geldkapitals; die Art, wie diese ihr Kapital vorschießt, bedingt den beständigen finalen Rückfluß in Geldform zu ihr, obgleich dies wieder vermittelt ist durch die Rückverwandlung des industriellen Kapitals in Geldkapital.

Zur Warenzirkulation ist immer zweierlei nötig: Waren, die in Zirkulation geworfen werden, und Geld, das in Zirkulation geworfen wird. »Der Zirkulations prozeß erlischt... nicht, wie der unmittelbare Produktenaustausch, in dem Stellen- oder Händewechsel der Gebrauchswerte. Das Geld verschwindet nicht, weil es schließlich aus der Metamorphosenreihe einer Ware herausfällt. Es schlägt immer nieder auf eine durch die Waren geräumte Zirkulationsstelle« etc. (Buch I. Kap. III, p. 92.)

Z.B. in der Zirkulation zwischen IIc und I(v + m) nahmen wir an, daß für diese Zirkulation 500 Pfd. St. in Geld von II vorgeschossen werden. Bei der unendlichen Zahl Zirkulationsprozesse, worin sich die Zirkulation zwischen großen gesellschaftlichen Gruppen von Produzenten auflöst, wird bald einer aus dieser, bald einer aus jener Gruppe zuerst als Käufer auftreten – also Geld in Zirkulation werfen. Es ist das, ganz abgesehn von individuellen Umständen, schon bedingt durch die Verschiedenheit der Produktionsperioden und daher der Umschläge der verschiednen Warenkapitale. Also II kauft mit 500 Pfd. St. zum selben Wertbetrag Produktionsmittel von I, dieses aber kauft von II Konsumtionsmittel für 500 Pfd. St.; das Geld fließt also zurück zu II; letztres wird in keiner Weise bereichert durch diesen Rückfluß. Es warf erst für 500 Pfd. St. Geld in Zirkulation und zog zum selben Wertbetrag Waren aus ihr heraus, es verkauft dann für 500 Pfd. St. Waren und zieht zum selben Wertbetrag Geld aus ihr heraus; so fließen die 500 Pfd. St. zurück. In der Tat hat II so in Zirkulation geworfen für 500 Pfd. St. Geld und für 500 Pfd. St. Waren = 1000 Pfd. St.; es zieht aus der Zirkulation heraus für 500 Pfd. St. Waren und für 500 Pfd. St. Geld. Die Zirkulation braucht für den Umsatz von 500 Pfd. St. Waren (I) und 500 Pfd. St. Waren (II) nur 500 Pfd. St. Geld; wer das Geld also vorgeschossen beim Kauf fremder Ware, erhält es wieder beim Verkauf eigner. Hätte daher I zuerst von II gekauft Ware für 500 Pfd. St., und später an II verkaufte Ware für 500 Pfd. St., so würden die 500 Pfd. St. zu I statt zu II zurückkehren.

In Klasse I kehrt das in Arbeitslohn angelegte Geld, d.h. das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital in dieser Form nicht direkt, sondern indirekt zurück, auf einem Umweg. In II dagegen kehren die 500 Pfd. St. Arbeitslohn direkt von den Arbeitern an die Kapitalisten zurück, wie diese Rückkehr immer direkt ist, wo Kauf und Verkauf zwischen denselben Personen sich so wiederholt, daß sie abwechselnd einander als Käufer und Verkäufer von Waren beständig gegenübertreten. Der Kapitalist II zahlt die Arbeitskraft in Geld; er verleibt dadurch die Arbeitskraft seinem Kapital ein und tritt nur durch diesen Zirkulationsvorgang, der für ihn nur Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital ist, als industrieller Kapitalist dem Arbeiter als seinem Lohnarbeiter gegenüber. Dann aber tritt der Arbeiter, der in erster Instanz Verkäufer, Händler in eigner Arbeitskraft war, in zweiter Instanz als Käufer, als Geldbesitzer, dem Kapitalisten als dem Warenverkäufer gegenüber; damit fließt diesem das in Arbeitslohn ausgelegte Geld zurück. Soweit der Verkauf dieser Waren nicht Prellerei etc. einschließt, sondern Äquivalente in Ware und Geld ausgetauscht werden, ist derselbe nicht ein Prozeß, wodurch der Kapitalist sich bereichert. Er zahlt den Arbeiter nicht zweimal, erst in Geld und dann in Ware; sein Geld kehrt zu ihm zurück, sobald der Arbeiter es in Ware bei ihm auslöst.

Das invariables Kapital verwandelte Geldkapital – also das in Arbeitslohn vorgeschoßne Geld – spielt aber eine Hauptrolle in der Geldzirkulation selbst, weil – da die Arbeiterklasse von der Hand in den Mund leben muß, also den industriellen Kapitalisten keine langen Kredite geben kann – auf zahllosen örtlich verschiednen Punkten der Gesellschaft gleichzeitig variables Kapital in Geld vorgeschossen werden muß in gewissen kurzen Terminen, wie Woche etc. – in relativ rasch sich wiederholenden Zeitabschnitten (je kürzer diese Abschnitte, desto kleiner kann relativ die durch diesen Kanal auf einmal in Zirkulation geworfne gesamte Geldsumme sein) –, welches auch immer die verschiednen Umschlagsperioden der Kapitale in verschiednen Industriezweigen sein mögen. In jedem Land kapitalistischer Produktion bildet das so vorgeschoßne Geldkapital einen proportionell entscheidenden Anteil an der Gesamtzirkulation, um so mehr, da dasselbe Geld – vor seinem Rückfluß zum Ausgangspunkt – in den mannigfachsten Kanälen sich umtreibt und als Zirkulationsmittel für eine Unzahl andrer Geschäfte fungiert.

Betrachten wir jetzt die Zirkulation zwischen I(v + m) und IIc von einem andern Gesichtspunkt aus.

Die Kapitalisten I schießen 1000 Pfd. St. in Zahlung von Arbeitslohn vor, womit die Arbeiter für 1000 Pfd. St. Lebensmittel kaufen von den Kapitalisten II und diese wieder für dasselbe Geld Produktionsmittel von den Kapitalisten I. Letztren ist ihr variables Kapital in Geldform nun zurückgekehrt, während die Kapitalisten II die Hälfte ihres konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital rückverwandelt haben. Die Kapitalisten II schießen weitere 500 Pfd. St. Geld vor, um Produktionsmittel bei I zu heben; die Kapitalisten I verausgaben das Geld in Konsumtionsmitteln von II; diese 500 Pfd. St. fließen so den Kapitalisten II zurück; sie schießen sie von neuem vor, um das letzte Viertel ihres in Ware verwandelten konstanten Kapitals rückzuverwandeln in seine produktive Naturalform. Dies Geld strömt wieder zu I zurück und hebt von neuem bei II Konsumtionsmittel zu gleichem Betrage; damit fließen die 500 Pfd. St. zurück an II; dessen Kapitalisten sind jetzt wie vorhin im Besitz von 500 Pfd. St. Geld und 2000 Pfd. St. konstantem Kapital, das aber aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital neu umgesetzt worden ist. Mit 1500 Pfd. St. Geld ist eine Warenmasse von 5000 Pfd. St. zirkuliert worden; nämlich 1. I zahlt an die Arbeiter 1000 Pfd. St. für Arbeitskraft zum gleichen Wertbelauf; 2. die Arbeiter kaufen mit selben 1000 Pfd. St. Lebensmittel von II; 3. II kauft mit demselben Geld Produktionsmittel von I, dem damit 1000 Pfd. St. variables Kapital in Geldform wiederhergestellt ist; 4. II kauft mit 500 Pfd. St. Produktionsmittel von I; 5. I kauft mit selben 500 Pfd. St. Konsumtionsmittel von II; 6. II kauft mit selben 500 Pfd. St. Produktionsmittel von I; 7. I kauft mit selben 500 Pfd. St. Lebensmittel von II. An II sind 500 Pfd. St. zurückgeflossen, die es außer seinen 2000 Pfd. St. in Ware in Zirkulation warf und für die es der Zirkulation kein Äquivalent in Ware entzogen53.

Die Umsetzung verläuft also wie folgt:

1. I zahlt 1000 Pfd. St. Geld für Arbeitskraft, also für Ware = 1000 Pfd. St.

2. Die Arbeiter kaufen mit ihrem Arbeitslohn zum Geldbetrag von 1000 Pfd. St. Konsumtionsmittel von II; also Ware = 1000 Pfd. St.

3. II kauft für die von den Arbeitern gelösten 1000 Pfd. St. zum selben Wert Produktionsmittel von I; also Ware = 1000 Pfd. St.

Damit sind 1000 Pfd. St. Geld als Geldform des variablen Kapitals an I zurückgeflossen.

4. II kauft für 500 Pfd. St. Produktionsmittel von I; also Ware = 500 Pfd. St.

5. I kauft für selbe 500 Pfd. St. Konsumtionsmittel von II; also Ware = 500 Pfd. St.

6. II kauft für selbe 500 Pfd. St. Produktionsmittel von I; also Ware = 500 Pfd. St.

7. I kauft für selbe 500 Pfd. St. Konsumtionsmittel von II; also Ware = 500 Pfd. St.

Summe des umgesetzten Warenwerts = 5000 Pfd. St.

Die 500 Pfd. St., die II im Kauf vorgeschossen, sind zu ihm zurückgekehrt.

Resultat ist:

1. I besitzt variables Kapital in Geldform zum Belauf von 1000 Pfd. St., die es ursprünglich der Zirkulation vorschoß; es hat außerdem verausgabt für seine individuelle Konsumtion 1000 Pfd. St. – in seinem eignen Warenprodukt; d.h., es hat das Geld verausgabt, das es für den Verkauf von Produktionsmitteln zum Wertbetrag von 1000 Pfd. St. einnahm.

Andrerseits ist die Naturalform, worin sich das in Geldform existierende variable Kapital umsetzen muß – d.h. die Arbeitskraft –, durch den Konsum erhalten, reproduziert und wieder vorhanden als derjenige einzige Handelsartikel ihrer Besitzer, den diese verkaufen müssen, wenn sie leben wollen. Es ist also auch reproduziert das Verhältnis von Lohnarbeitern und Kapitalisten.

2. Das konstante Kapital von II ist in natura ersetzt, und die von selbem II der Zirkulation vorgeschoßnen 500 Pfd. St. sind ihm zurückgekehrt.

Für die Arbeiter I ist die Zirkulation die einfache von W – G – W.

W[1] (Arbeitskraft) – G[2] (1000 Pfd. St., Geldform des variablen Kapitals I) – W [3] (notwendige Lebensmittel zum Betrage von 1000 Pfd. St.); diese 1000 Pfd. St. versilbern bis zum selben Wertbetrag das in Form von Ware – Lebensmitteln – existierende konstante Kapital II.

Für die Kapitalisten II ist der Prozeß: W – G, Verwandlung eines Teils ihres Warenprodukts in Geldform, woraus es rückverwandelt wird in Bestandteile des produktiven Kapitals – nämlich in einen Teil der ihnen notwendigen Produktionsmittel.

Bei dem Vorschuß von G (500 Pfd. St.), den die Kapitalisten II machen zum Ankauf der andren Teile der Produktionsmittel, ist die Geldform des noch in Warenform (Konsumtionsmitteln) existierenden Teils von IIc antizipiert; im Akt G – W, wo II mit G kauft und W von I verkauft wird, verwandelt sich das Geld (II) in einen Teil des produktiven Kapitals, während W (I) den Akt W – G durchmacht, sich in Geld verwandelt, das aber keinen Bestandteil des Kapitalwerts für I vorstellt, sondern versilberten Mehrwert, der nur in Konsumtionsmitteln verausgabt wird.

In der Zirkulation G – W... P... W' – G' ist der erste Akt G – W des einen Kapitalisten der letzte W' – G' eines andern (oder Teil davon); ob dies W, wodurch G in produktives Kapital umgesetzt wird, für den Verkäufer von W (der also dies W in Geld umsetzt) konstanten Kapitalbestandteil, variablen Kapitalbestandteil oder Mehrwert vorstellt, ist für die Warenzirkulation selbst durchaus gleichgültig.

Was die Klasse I in bezug auf den Bestandteil v + m ihres Warenprodukts angeht, so zieht sie mehr Geld aus der Zirkulation heraus, als sie hineingeworfen hat. Erstens kehren ihr die 1000 Pfd. St. variables Kapital zurück; zweitens verkauft sie (siehe oben, Umsetzung Nr. 4) für 500 Pfd. St. Produktionsmittel: damit ist die Hälfte ihres Mehrwerts versilbert; dann (Umsetzung Nr. 6) verkauft sie wieder für 500 Pfd. St. Produktionsmittel, die zweite Hälfte ihres Mehrwerts, und damit ist der ganze Mehrwert in Geldform der Zirkulation entzogen worden; also sukzessive 1. variables Kapital in Geld rückverwandelt = 1000 Pfd. St.; 2. die Hälfte des Mehrwerts versilbert = 500 Pfd. St.; 3. die andre Hälfte des Mehrwerts = 500 Pfd. St.; also Summa: 1000v + 1000m versilbert = 2000 Pfd. St. Obgleich I (abgesehn von den später zu betrachtenden Umsätzen, die die Reproduktion von Ic vermitteln) nur 1000 Pfd. St. in Zirkulation warf, hat es ihr doppelt soviel entzogen. Natürlich verschwindet das versilberte (in G verwandelte) m sofort wieder in andre Hand (II) dadurch, daß dies Geld in Konsumtionsmitteln vermöbelt wird. Die Kapitalisten von I haben nur soviel in Geld entzogen, als sie an Wert in Ware hineinwarfen; daß dieser Wert Mehrwert ist, d.h. den Kapitalisten nichts kostet, ändert absolut nichts am Wert dieser Waren selbst; ist also, soweit es sich um Wertumsatz in der Warenzirkulation handelt, vollständig gleichgültig. Die Versilberung des Mehrwerts ist natürlich verschwindend, wie alle andern Formen, die das vorgeschoßne Kapital in seinen Umsetzungen durchläuft. Sie dauert gerade nur so lange wie der Zwischenraum zwischen Verwandlung der Ware I in Geld und der darauffolgenden Verwandlung des Geldes I in Ware II.

Wären die Umschläge kürzer angenommen – oder, vom Standpunkt einfacher Warenzirkulation aus betrachtet, die Anzahl der Umläufe des zirkulierenden Geldes rascher –, so wäre noch weniger Geld hinreichend, um die umgesetzten Warenwerte zu zirkulieren; die Summe ist stets bestimmt – wenn die Anzahl der sukzessiven Umsätze gegeben – durch die Preissumme, resp. Wertsumme, der zirkulierenden Waren. Welche Proportion dieser Wertsumme aus Mehrwert einerseits und Kapitalwert andrerseits besteht, ist dabei durchaus gleichgültig.

Würde in unserm Beispiel der Arbeitslohn bei I viermal des Jahres ausgezahlt, so 4 * 250 = 1000. Es würden also 250 Pfd. St. in Geld hinreichen für die Zirkulation Iv – 1/2 IIc und für die Zirkulation zwischen dem variablen Kapital Iv und der Arbeitskraft I. Ebenso wären, wenn die Zirkulation zwischen Im und IIc in vier Umschlägen erfolgt, nur 250 Pfd. St. dazu nötig, also im ganzen eine Geldsumme, resp. ein Geldkapital von 500 Pfd. St. für Zirkulation von Waren zum Betrag von 5000 Pfd. St. Der Mehrwert würde dann, statt zweimal sukzessive zur Hälfte, jetzt viermal sukzessive zu 1/4 versilbert.

Wenn statt II, in Umsetzung Nr. 4, I als Käufer auftritt, also 500 Pfd. St. Geld in Konsumtionsmitteln von selbem Wertumfang verausgabt, so kauft dann II in Umsetzung Nr. 5 Produktionsmittel mit denselben 500 Pfd. St.; 6. I kauft Konsumtionsmittel mit selben 500 Pfd. St.; 7. II kauft mit selben 500 Pfd. St. Produktionsmittel; die 500 Pfd. St. kehren also schließlich zu I, wie vorhin zu II, zurück. Der Mehrwert wird hier versilbert durch von seinen kapitalistischen Produzenten selbst in ihrer Privatkonsumtion verausgab tes Geld, das antizipierte Revenue vorstellt, antizipierte Einnahme aus dem in der noch zu verkaufenden Ware steckenden Mehrwert. Die Versilberung des Mehrwerts findet nicht statt durch den Rückfluß der 500 Pfd. St.; denn neben den 1000 Pfd. St. in Ware Iv hat I, am Schluß von Umsetzung Nr. 4, 500 Pfd. St. in Geld in die Zirkulation geworfen, und dies war zuschüssig, nicht – soviel wir wissen – Erlös verkaufter Ware. Fließt dies Geld an I zurück, so hat I damit nur sein zuschüssiges Geld zurückerhalten, nicht seinen Mehrwert versilbert. Die Versilberung des Mehrwerts von I findet nur statt durch den Verkauf der Waren Im, worin er steckt, und dauert jedesmal nur so lang, als das durch Verkauf der Ware eingelöste Geld nicht von neuem in Konsumtionsmitteln verausgabt ist.

I kauft mit zuschüssigem Geld (500 Pfd. St.) von II Konsumtionsmittel; dies Geld ist verausgabt von I, es hat dafür Äquivalent in Ware II; das Geld fließt zum ersten Mal zurück dadurch, daß II von I für 500 Pfd. St. Ware kauft; es fließt also zurück als Äquivalent der von I verkauften Ware, aber diese Ware kostet I nichts, bildet also Mehrwert für I, und so versilbert das von ihm selbst in Zirkulation geworfne Geld seinen eignen Mehrwert; ebenso bei seinem zweiten Kauf (Nr. 6) hat I sein Äquivalent in Ware II erhalten. Gesetzt, II kaufe nun nicht (Nr. 7) Produktionsmittel von I, so hätte I in der Tat für 1000 Pfd. St. Konsumtionsmittel gezahlt – seinen ganzen Mehrwert als Revenue verzehrt –, nämlich 500 in seinen Waren I (Produktionsmitteln) und 500 in Geld; es hätte dagegen noch für 500 Pfd. St. in seinen Waren I (Produktionsmitteln) auf Lager und wäre dagegen 500 Pfd. St. in Geld losgeworden.

Dahingegen hätte II drei Viertel seines konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital rückverwandelt; ein Viertel dagegen in der Form von Geldkapital (500 Pfd. St.), in der Tat von brachliegendem Geld oder seine Funktion unterbrechendem und abwartendem Geld. Dauerte diese Situation länger, so müßte II die Stufenleiter der Reproduktion um ein Viertel reduzieren. – Die 500 in Produktionsmitteln aber, die I auf dem Hals hat, sind nicht in Warenform existierender Mehrwert; sie sind an der Stelle der vorgeschoßnen 500 Pfd. St. Geld da, die I besaß neben seinem Mehrwert von 1000 Pfd. St. in Warenform. Als Geld befinden sie sich in stets realisierbarer Form; als Ware sind sie momentan unverkäuflich. Soviel ist klar, daß einfache Reproduktion – wo jedes Element des produktiven Kapitals in II wie in I ersetzt werden muß – hier nur möglich bleibt, wenn die 500 Goldvögel zurückkehren zu I, das sie zuerst ausfliegen ließ.

Gibt ein Kapitalist (hier haben wir nur noch industrielle Kapitalisten vor uns, zugleich Repräsentanten aller andern) Geld aus in Konsumtionsmitteln, so ist es für ihn alle geworden, den Weg alles Fleisches gegangen. Fließt es wieder zu ihm zurück, so kann das nur geschehn, soweit er es für Waren – also durch sein Warenkapital – aus der Zirkulation herausfischt. Wie der Wert seines ganzen jährlichen Warenprodukts (das für ihn = Warenkapital), so ist der jedes Elements desselben, d.h. der Wert jeder einzelnen Ware, für ihn zerfällbar in konstanten Kapitalwert, variablen Kapitalwert und Mehrwert. Die Versilbrung jeder einzelnen der Waren (die als Elemente das Warenprodukt bilden) ist also zugleich Versilbrung eines gewissen Quotums des im ganzen Warenprodukt steckenden Mehrwerts. Es ist also im gegebnen Fall wörtlich richtig, daß der Kapitalist selbst das Geld in die Zirkulation warf – und zwar bei Verausgabung desselben in Konsumtionsmitteln –, womit sein Mehrwert versilbert, alias realisiert wird. Es handelt sich dabei natürlich nicht um identische Geldstücke, sondern um einen Betrag in klingendem Geld, gleich dem (oder gleicher Teil von dem), den er zur Bestreitung persönlicher Bedürfnisse in die Zirkulation geworfen.

In der Praxis geschieht dies in doppelter Weise: Ist das Geschäft erst innerhalb des laufenden Jahrs eröffnet worden, so dauert es gute Weile, im besten Fall einige Monate, bevor der Kapitalist aus der Geschäftseinnahme selbst Geld für seinen persönlichen Konsum ausgeben kann. Er suspendiert deswegen keinen Augenblick seine Konsumtion. Er schießt sich selbst (ob aus eigner oder per Kredit aus fremder Tasche, ist hier ganz gleichgültiger Umstand) Geld auf erst zu ergatternden Mehrwert vor; damit aber auch zirkulierendes Medium zur Realisation später zu realisierenden Mehrwerts. Ist das Geschäft dagegen schon länger im regelmäßigen Gang, so verteilen sich Zahlungen und Einnahmen auf verschiedne Termine während des Jahrs. Eins aber geht ununterbrochen fort, die Konsumtion des Kapitalisten, die antizipiert und deren Umfang berechnet wird nach gewisser Proportion zu der gewohnten oder veranschlagten Einnahme. Mit jeder Portion verkaufter Ware wird auch ein Teil des jährlich zu machenden Mehrwerts realisiert. Würde aber während des ganzen Jahrs nur soviel der produzierten Ware verkauft, wie nötig, um die in ihr enthaltnen konstanten und variablen Kapitalwerte zu ersetzen; oder fielen die Preise so, daß beim Verkauf des ganzen jährlichen Warenprodukts nur der in ihm enthaltne vorgeschoßne Kapitalwert realisiert würde, so träte der antizipatorische Charakter des auf künftigen Mehrwert hin verausgabten Geldes klar hervor. Macht unser Kapitalist Fallite, so untersuchen seine Gläubiger und das Gericht, ob seine antizipierten Privatausgaben in richtiger Proportion zum Umfang seines Geschäfts und derselbem gewöhnlich oder normal entsprechenden Mehrwerteinnahme stehn.

Mit Bezug auf die ganze Kapitalistenklasse erscheint aber der Satz, daß sie das Geld zur Realisation ihres Mehrwerts (resp. auch zur Zirkulation ihres Kapitals, konstanten und variablen) selbst in die Zirkulation werfen muß, nicht nur nicht paradox, sondern als notwendige Bedingung des ganzen Mechanismus: denn hier gibt es nur zwei Klassen: die Arbeiterklasse, die nur über ihre Arbeitskraft verfügt; die Kapitalistenklasse, die im Monopolbesitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel wie des Geldes ist. Das Paradoxe läge darin, wenn die Arbeiterklasse in erster Instanz das zur Realisation des in den Waren steckenden Mehrwerts notwendige Geld aus eignen Mitteln vorschösse. Der einzelne Kapitalist verrichtet diesen Vorschuß aber immer nur in der Form, daß er als Käufer agiert, Geld verausgabt im Ankauf von Konsumtionsmitteln oder Geld vorschießt im Ankauf von Elementen seines produktiven Kapitals, sei es von Arbeitskraft, sei es von Produktionsmitteln. Er gibt das Geld immer nur weg gegen ein Äquivalent. Er schießt der Zirkulation nur Geld vor in derselben Art, wie er ihr Ware vorschießt. Er agiert beidemal als Ausgangspunkt ihrer Zirkulation.

Der wirkliche Hergang wird durch zwei Umstände verdunkelt.

1. Die Erscheinung des Handelskapitals (dessen erste Form immer Geld, da der Kaufmann als solcher kein »Produkt« oder »Ware« herstellt) und des Geldkapitals, als Gegenstandes der Manipulation einer besondern Sorte von Kapitalisten, in dem Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals.

2. Die Spaltung des Mehrwerts – der in erster Hand immer in Hand des industriellen Kapitalisten sich befinden muß – in verschiedne Kategorien, als deren Träger neben dem industriellen Kapitalisten der Grundbesitzer (für Bodenrente), der Wucherer (für Zins) etc. erscheinen, ditto die Regierung und ihre Beamten, Rentiers etc. Diese Burschen erscheinen als Käufer gegenüber dem industriellen Kapitalisten und insoweit als Versilbrer seiner Waren; pro parte werfen auch sie »Geld« in die Zirkulation, und er erhält es von ihnen. Wobei stets vergessen wird, aus welcher Quelle sie es ursprünglich erhielten und stets wieder von neuem erhalten.

VI. Das konstante Kapital der Abteilung I54

Es bleibt noch zu untersuchen das konstante Kapital der Abteilung I = 4000 Ic. Dieser Wert ist gleich dem im Warenprodukt I wiedererscheinenden Wert der in der Produktion dieser Warenmasse verzehrten Produktionsmittel. Dieser wiedererscheinende Wert, der nicht in dem Produktionsprozeß I produziert, sondern das Jahr vorher als konstanter Wert in ihn eintrat, als gegebner Wert seiner Produktionsmittel, existiert jetzt in dem ganzen Teil der Warenmasse I, die nicht von der Kategorie II absorbiert ist; und zwar ist der Wert dieser Warenmasse, die so in der Hand der Kapitalisten I bleibt, = 2/3 des Werts ihres ganzen jährlichen Warenprodukts. Bei dem einzelnen Kapitalisten, der ein besondres Produktionsmittel produziert, konnten wir sagen: Er verkauft sein Warenprodukt, er verwandelt es in Geld. Indem er es in Geld verwandelt, hat er auch den konstanten Wertteil seines Produkts in Geld rückverwandelt. Mit diesem in Geld verwandelten Wertteil kauft er dann von andren Warenverkäufern seine Produktionsmittel wieder ein oder verwandelt den konstanten Wertteil seines Produkts in eine Naturalform, worin er von neuem als produktives konstantes Kapital fungieren kann. Jetzt dagegen wird diese Voraussetzung unmöglich. Die Kapitalistenklasse I umschließt die Gesamtheit der Kapitalisten, die Produktionsmittel produzieren. Außerdem ist das Warenprodukt von 4000, das in ihrer Hand geblieben, ein Teil des gesellschaftlichen Produkts, der gegen keinen andern auszutauschen ist, denn es existiert kein solcher andrer Teil des Jahresprodukts mehr. Mit Ausnahme dieser 4000 ist bereits über den ganzen Rest disponiert; ein Teil ist durch den gesellschaftlichen Konsumtionsfonds absorbiert, und ein andrer Teil hat das konstante Kapital der Abteilung II zu ersetzen, die bereits alles ausgetauscht hat, worüber sie im Austausch mit Abteilung I verfügen kann.

Die Schwierigkeit löst sich sehr einfach, wenn man erwägt, daß das ganze Warenprodukt I seiner Naturalform nach aus Produktionsmitteln besteht, d.h. aus den stofflichen Elementen des konstanten Kapitals selbst. Es zeigt sich hier dasselbe Phänomen wie vorhin sub II, nur unter einem andern Aspekt. Sub II bestand das ganze Warenprodukt in Konsumtionsmitteln; ein Teil desselben, gemessen durch den in diesem Warenprodukt enthaltnen Arbeitslohn plus Mehrwert, konnte daher von seinen eignen Produzenten verzehrt werden. Hier sub I besteht das ganze Warenprodukt aus Produktionsmitteln, Baulichkeiten, Maschinerie, Gefäßen, Roh- und Hilfsstoffen etc. Ein Teil derselben, derjenige, welcher das in dieser Sphäre angewandte konstante Kapital ersetzt, kann daher in seiner Naturalform sofort von neuem als Bestandteil des produktiven Kapitals fungieren. Soweit er in Zirkulation tritt, zirkuliert er innerhalb der Klasse I. Sub II wird ein Teil des Warenprodukts in natura von seinen eignen Produzenten individuell, sub I dagegen wird ein Teil des Produkts in natura von seinen kapitalistischen Produzenten produktiv konsumiert.

In dem Teil des Warenprodukts I = 4000c erscheint der in dieser Kategorie konsumierte konstante Kapitalwert wieder, und zwar in einer Naturalform, worin er sofort wieder als produktives konstantes Kapital fungieren kann. Sub II geht der Teil des Warenprodukts von 3000, dessen Wert gleich Arbeitslohn plus Mehrwert (= 1000), direkt in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten und Arbeiter von II ein, während dagegen der konstante Kapitalwert dieses Warenprodukts (= 2000) nicht wieder in die produktive Konsumtion der Kapitalisten II eingehn kann, sondern durch Austausch mit I zu ersetzen ist.

Sub I dagegen geht der Teil seines Warenprodukts von 6000, dessen Wert gleich Arbeitslohn plus Mehrwert (= 2000), nicht in die individuelle Konsumtion seiner Produzenten ein und kann es auch seiner Naturalform nach nicht. Er muß vielmehr erst mit II ausgetauscht werden. Der konstante Wertteil dieses Produkts = 4000 befindet sich umgekehrt in einer Naturalform, worin er – die ganze Kapitalistenklasse I betrachtet – direkt wieder als deren konstantes Kapital fungieren kann. In andren Worten: Das ganze Produkt der Abteilung I besteht aus Gebrauchswerten, die ihrer Naturalform nach – bei kapitalistischer Produktionsweise – nur als Element des konstanten Kapitals dienen können. Von diesem Produkt zum Wert von 6000 ersetzt also ein Drittel (2000) das konstante Kapital der Abteilung II und die übrigen 2/3 das konstante Kapital der Abteilung I.

Das konstante Kapital I besteht in einer Masse verschiedner Kapitalgruppen, die in den verschiednen Produktionszweigen von Produktionsmitteln angelegt sind, so viel in Eisenhütten, so viel in Kohlengruben etc. Jede dieser Kapitalgruppen oder jedes dieser gesellschaftlichen Gruppenkapitale setzt sich wieder zusammen aus einer größern oder geringern Masse selbständig fungierender Einzelkapitale. Erstens zerfällt das Kapital der Gesellschaft, z.B. 7500 (was Millionen usw. bedeuten kann) in verschiedne Kapitalgruppen; das gesellschaftliche Kapital von 7500 ist zerfällt in besondre Teile, wovon jeder in einem besondren Produktionszweig angelegt; der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Teil des gesellschaftlichen Kapitalwerts besteht der Naturalform nach teils in den Produktionsmitteln jeder besondren Produktionssphäre, teils aus der für ihren Betrieb nötigen und entsprechend qualifizierten Arbeitskraft, verschieden modifiziert durch die Teilung der Arbeit, je nach der spezifischen ArbeitsartA28, die sie in jeder einzelnen Produktionssphäre zu leisten hat. Der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Teil des gesellschaftlichen Kapitals besteht wieder aus der Summe der in ihm angelegten, selbständig fungierenden Einzelkapitale. Dies gilt selbstredend für beide Abteilungen, für I wie für II.

Was nun sub I den in Form seines Warenprodukts wiedererscheinenden konstanten Kapitalwert angeht, so geht er zum Teil in die besondre Produktionssphäre (oder selbst in den individuellen Geschäftsbetrieb), woraus er als Produkt herauskommt, auch wieder als Produktionsmittel ein; z.B. Korn in die Kornproduktion, Kohle in die Kohlenproduktion, Eisen in Form von Maschinen in die Eisenproduktion usw.

Soweit jedoch die Teilprodukte, woraus der konstante Kapitalwert von I besteht, nicht wieder direkt in ihre besondre oder individuelle Produktionssphäre eingehn, wechseln sie nur den Platz. Sie gehn in Naturalform ein in eine andre Produktionssphäre der Abteilung I, während das Produkt andrer Produktionssphären der Abteilung I sie in natura ersetzt. Es ist bloßer Stellenwechsel dieser Produkte. Sie gehn alle wieder ein als Faktoren, die konstantes Kapital in I ersetzen, nur statt in einer Gruppe von I in einer andern. Soweit hier Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I stattfindet, ist es Austausch einer Naturalform von konstantem Kapital gegen eine andre Naturalform von konstantem Kapital, einer Sorte Produktionsmittel gegen andre Sorten Produktionsmittel. Es ist Austausch der verschiednen individuellen konstanten Kapitalteile von I untereinander. Die Produkte werden, soweit sie nicht direkt als Produktionsmittel in ihren eignen Produktionszweigen dienen, aus ihrer Produktionsstätte in eine andre entfernt und ersetzen sich so wechselseitig. In andren Worten (ähnlich wie sub II für den Mehrwert geschehn): jeder Kapitalist sub I zieht im Verhältnis, worin er Miteigentümer an diesem konstanten Kapital von 4000, die ihm nötigen entsprechenden Produktionsmittel aus dieser Warenmasse heraus. Wäre die Produktion gesellschaftlich statt kapitalistisch, so ist klar, daß diese Produkte der Abteilung I unter die Produktionszweige dieser Abteilung, zum Behuf der Reproduktion, nicht minder beständig wieder als Produktionsmittel verteilt würden, ein Teil direkt in der Produktionssphäre bliebe, wo er als Produkt herauskam, ein andrer Teil dagegen nach andren Produktionsstätten entfernt würde, und so ein beständiges Hin und Her zwischen den verschiednen Produktionsstätten dieser Abteilung stattfände.