785 Selbst der apologetische Watts bemerkt: »Es wäre eine große Verbesserung des Stücklohnsystems, wenn alle an einem Stück Arbeit Beschäftigten Teilhaber am Vertrag wären, jeder entsprechend seinen Fähigkeiten, statt daß ein Mann daran interessiert ist, seine Kameraden für seinen eigenen Vorteil abzurackern.« (l.c. p. 53.) Über die Gemeinheiten dieses Systems vgl. »Child. Empl. Comm. Rep. III«, p. 66, n. 22; p. 11, n. 124; p. XI, n. 13, 53, 59 usw.

786 Diesem naturwüchsigen Resultat wird oft künstlich unter die Arme gegriffen. Z.B. im Engineering Trade von London gilt es als herkömmlicher trick, »daß der Kapitalist einen Mann von überlegner physischer Kraft und Fertigkeit zum Chef einer Arbeiteranzahl auswählt. Er zahlt ihm vierteljährlich oder in andren Terminen einen Zuschußlohn unter der Übereinkunft, alles mögliche aufzubieten, um seine Mitarbeiter, die nur den gewöhnlichen Lohn erhalten, zur äußersten Nacheiferung anzustacheln... Ohne weiteren Kommentar erklärt dies die Kapitalistenklage über ›Lähmung der Tätigkeit oder überlegener Geschicklichkeit und Arbeitskraft (stinting the action, superior skill and working power) durch die Trade's Unions‹.« (Dunning, l.c. p. 22, 23.) Da der Verfasser selbst Arbeiter und Sekretär einer Trade's Union, könnte dies für Übertreibung gelten. Aber man sehe z.B. die »highly respectable« agronomische Cyklopädie von J. Ch. Morton, Art. »Labourer«, wo diese Methode den Pächtern als probat empfohlen wird.

787 »Alle, die im Stücklohn bezahlt werden... haben Vorteil von einer Überschreitung der gesetzlichen Grenzen der Arbeit. Diese Bereitschaft, Überstunden zu machen, ist besonders bei den Frauen zu beobachten, die als Weberinnen und Hasplerinnen beschäftigt sind.« (»Rep. of Insp. of Fact., 30th April 1858«, p. 9.) »Dies Stücklohnsystem, so vorteilhaft für den Kapitalisten... strebt direkt, den jungen Töpfer zu großer Überarbeit zu ermuntern, während der 4 oder 5 Jahre, worin er per Stück, aber zu niedrigem Preis, bezahlt wird. Es ist dies eine der großen Ursachen, denen die physische Degeneration der Töpfer zuzuschreiben ist.« (»Child. Empl. Comm. I. Rep.«, p. XIII.)

788 »Wo die Arbeit in irgendeinem Gewerbe nach der Stückzahl, zu soundso viel je Stück bezahlt wird... können sich die Löhne dem Betrag nach sehr wesentlich voneinander unterscheiden... Aber für Tagelohn besteht im allgemeinen ein einheitlicher Satz... der vom Unternehmer und vom Arbeiter als Standardlohn für den Durchschnittsarbeiter in dem Gewerbe anerkannt wird.« (Dunning, l.c. p. 17.)

789 »Die Arbeit der Handwerksgesellen regelt sich nach dem Tag oder nach dem Stück (à la journée ou à la pièce)... Die Meister wissen ungefähr, wieviel Werk die Arbeiter täglich in jedem métier verrichten können, und zahlen sie daher oft im Verhältnis zum Werk, das sie verrichten; so arbeiten diese Gesellen, soviel sie können, in ihrem eignen Interesse, ohne weitere Beaufsichtigung.« (Cantillon, »Essai sur la Nature du Commerce en Général«, Amst. Ed. 1756, p. 185 u. 202. Die erste Ausgabe erschien 1755). Cantillon, aus dem Quesnay, Sir James Steuart und A. Smith reichlich geschöpft haben, stellt hier also schon den Stücklohn als bloß modifizierte Form den Zeitlohns dar. Die französische Ausgabe Cantillons kündigt sich auf dem Titel als Übersetzung aus dem Englischen an, aber die englische Ausgabe: »The Analysis of Trade, Commerce etc., by Philip Cantillon, late of the City of London, Merchant«, ist nicht nur späteren Datums (von 1759), sondern erweist sich durch ihren Inhalt als eine spätere Bearbeitung. So z.B. findet sich in der französischen Ausgabe Hume noch nicht erwähnt, während umgekehrt in der englischen Petty kaum mehr figuriert. Die englische Ausgabe ist theoretisch unbedeutender, enthält aber allerlei spezifisch auf englischen Handel, Bullionhandel usw. Bezügliches, was im französischen Text fehlt. Die Worte im Titel der englischen Ausgabe, wonach die Schrift »Taken chiefly from the Manuscript of a very ingenious Gentleman deceased, and adapted etc.«, scheinen daher mehr als bloße, damals sehr übliche, Fiktion.

790 »Wie häufig haben wir gesehen, daß man in gewissen Werkstätten weit mehr Arbeiter einstellte, als zur Arbeit wirklich benötigt wurden? Oft nimmt man Arbeiter an in Erwartung einer noch Ungewissen, manchmal sogar nur eingebildeten Arbeit: da man im Stücklohn zahlt, sagt man sich, daß man nichts riskiert, da alle verlorene Zeit zu Lasten der Unbeschäftigten geht.« (H. Gregoir, »Les Typographes devant le Tribunal Correctionnel de Bruxelles«, Bruxelles 1865, p. 9.)

791 »Remarks on the Commercial Policy of Great Britain«, London 1815, p. 48.

792 »A Defence of the Landowners and Farmers of Great Britain«, Lond. 1814, p. 4, 5.

793 Malthus, »Inquiry into the Nature etc. of Rent«, London 1815, [p. 49, Note].

794 »Die Arbeiter auf Stücklohn bilden wahrscheinlich 4/5 aller Arbeiter in den Fabriken.« (»Reports of Insp. of Fact. for 30th April 1858«. p. 9.)

795 »Die Produktivkraft seiner Spinnmaschine wird genau gemessen und die Bezahlung für die mit ihr geleistete Arbeit vermindert sich mit, wenn auch nicht entsprechend der Zunahme ihrer Produktivkraft.« (Ure, l.c. p. 317.) Letztre apologetische Wendung hebt Ure selbst wieder auf. Er gibt zu, daß bei einer Verlängrung der Mule z.B. eine zusätzliche Arbeit aus der Verlängrung entspringt. Die Arbeit nimmt also nicht in dem Maße ab, worin ihre Produktivität wächst. Ferner: »Durch diese Verlängrung wird die Produktivkraft der Maschine um ein Fünftel gesteigert. Daraufhin wird der Spinner nicht mehr zu demselben Satz für geleistete Arbeit bezahlt wie zuvor, aber weil dieser Satz nicht im Verhältnis von einem Fünftel vermindert wird, erhöht die Verbesserung seinen Geldverdienst für jede gegebene Zahl von Arbeitsstunden« – aber, aber – »die vorhergehende Feststellung erfordert eine gewisse Einschränkung... der Spinner hat von seinem zusätzlichen halben Schilling etwas für zusätzliche jugendliche Hilfskräfte zu zahlen, und außerdem werden Erwachsene verdrängt« (l.c. p. 320, 321), was keineswegs eine Tendenz zur Steigerung des Arbeitslohns hat.

796 H. Fawcett, »The Economic Position of the British Labourer«, Cambridge and London 1865. p. 178.

797 Im Londoner »Standard« vom 26. Oktober 1861 findet man Bericht über einen Prozeß der Firma John Bright et Co. vor den Rochdale MagistratesA23, »die Vertreter der Trade Union der Teppichweber wegen Einschüchterung gerichtlich zu belangen. Die Teilhaber Brights hatten neue Maschinerie eingeführt, die 240 Yards Teppich in der Zeit und mit der Arbeit (!) produzieren sollten, die früher zur Produktion von 160 Yards erforderlich waren. Die Arbeiter hatten keinerlei Anrecht, an den Profiten teilzuhaben, die durch die Kapitalanlage ihrer Unternehmer in mechanischen Verbesserungen gemacht worden waren. Daher schlugen die Herren Bright vor, den Lohn von 1 ½ d. pro Yard auf 1 d. zu senken, wodurch die Einkünfte der Arbeiter für die gleiche Arbeit genau so blieben wie vorher. Aber das war eine nominelle Herabsetzung, von der die Arbeiter, wie behauptet wird, vorher nicht ehrlich verständigt worden waren.«

798 »Trades Unions in ihrer Sucht, den Arbeitslohn aufrechtzuhalten, suchen an dem Profit verbesserter Maschinerie teilzunehmen!« (Quelle horreur!) »... sie verlangen höheren Lohn, weil die Arbeit verkürzt ist... in anderen Worten, sie streben, eine Steuer auf industrielle Verbesserungen zu legen.« (»On Combination of Trades«, New Edit., Lond. 1834, p. 42.)

799 »Es ist nicht richtig, zu sagen, daß die Löhne« (handelt sich hier von ihrem Preise) »gestiegen sind, weil man mit ihnen mehr von einem billigeren Artikel kaufen kann.« (David Buchanan in seiner Ausgabe von A. Smiths »Wealth etc.«, 1814, v. I. p. 417. Note.)

800 An andrer Stelle werden wir untersuchen, welche Umstände, in Beziehung auf die Produktivität, dies Gesetz für einzelne Produktionszweige modifizieren können.

801 James Anderson bemerkt in Polemik gegen A. Smith: »Es verdient gleicherweise bemerkt zu werden, daß, obgleich der Preis der Arbeit in armen Ländern, wo die Feldfrüchte, und besonders das Getreide, billig sind, scheinbar gewöhnlich niedriger ist, so ist er doch in der Tat dort meistens wirklich höher als in andern Ländern. Denn nicht der Lohn, den ein Arbeiter pro Tag erhält, stellt den realen Preis der Arbeit dar, obgleich er ihr scheinbarer Preis ist. Der reale Preis ist das, was ein bestimmtes Quantum geleisteter Arbeit den Unternehmer tatsächlich kostet; und unter diesem Gesichtswinkel ist Arbeit in fast allen Fällen in reichen Ländern billiger als in ärmeren, obwohl der Preis des Getreides und anderer Lebensmittel gewöhnlich in den letzteren weit niedriger ist als in den ersteren... Arbeit im Taglohn ist viel niedriger in Schottland als in England... Arbeit im Stücklohn ist im allgemeinen billiger in England.« (James Anderson, »Observations on the means of exciting a spirit of National Industry etc.«, Edinb. 1777, p. 350, 351.) – Umgekehrt produziert ihrerseits die Niedrigkeit des Arbeitslohns Verteuerung der Arbeit. »Arbeit ist teurer in Irland als in England... weil die Löhne so viel niedriger sind.« (Nr. 2074 in »Royal Commission on Railways, Minutes«, 1867.)

802 »Essay on the Rate of Wages: with an Examination of the Causes of the Differences in the Conditions of the Labouring Population throughout the World«, Philadelphia 1835.

803 »Die Reichen, welche die Produkte der Arbeit andrer verzehren, erhalten sie nur durch Austauschakte (Warenkäufe). Sie scheinen daher einer baldigen Erschöpfung ihrer Reservefonds ausgesetzt... Aber in der gesellschaftlichen Ordnung hat der Reichtum die Kraft erhalten, sich durch fremde Arbeit zu reproduzieren... Der Reichtum, wie die Arbeit und durch die Arbeit, liefert eine jährliche Frucht, welche jedes Jahr vernichtet werden kann, ohne daß der Reiche ärmer wird. Diese Frucht ist die Revenue, die aus dem Kapital entspringt.« (Sismondi, »Nouv. Princ. d'Écon. Pol.«, t. I, p. 81, 82.)

804 »Löhne wie auch Profite sind beide als ein Teil des fertigen Produkts zu betrachten.« (Ramsay, l.c. p. 142.) »Der Anteil an dem Produkt, der dem Arbeiter unter der Form des Salairs zukommt.« (J. Mill, »Elements etc.«, Übers. von Parisot, Paris 1823, p. 33, 34.)

805 »Wenn Kapital verwandt wird, um dem Arbeiter seinen Lohn vorzuschießen, fügt es dem Fonds zur Erhaltung der Arbeit nichts hinzu.« (Cazenove in Note zu seiner ed. von Malthus' »Definitions in Polit. Econ.«, London 1853, p. 22.)

806 »Die Subsistenzmittel der Arbeiter werden noch nicht auf einem Viertel der Erde den Arbeitern durch Kapitalisten vorgeschossen.« (Richard Jones, »Textbook of Lectures on the Polit. Economy of Nations«, Hertford 1852, p. 36.)

807 »Obgleich der manufacturer« (i. e. Manufakturar beiter) »seinen Lohn vom Meister vorgeschossen bekommt, verursacht er diesem in Wirklichkeit keine Kosten, da der Wert des Lohns zusammen mit einem Profit gewöhnlich in dem veredelten Wert des Gegenstands, auf den seine Arbeit verwandt wurde, wiederhergestellt wird.« (A. Smith, l.c., Book II, ch. III, p. 355.)

808 »Das ist eine besonders merkwürdige Eigenschaft der produktiven Konsumtion. Was produktiv konsumiert wird, ist Kapital, und es wird Kapital durch die Konsumtion.« (James Mill, l.c. p. 242.) J. Mill ist jedoch dieser »besonders merkwürdigen Eigenschaft« nicht auf die Spur gekommen.

809 »Es ist tatsächlich wahr, daß die erste Einführung einer Manufaktur viele Arme beschäftigt, aber sie bleiben arm, und die Fortdauer der Manufaktur erzeugt ihrer noch viele.« (»Reasons for a limited Exportation of Wool«, Lond. 1677, p. 19.) »Der Pächter versichert nun entgegen aller Vernunft, daß er die Armen erhalte. In Wirklichkeit werden sie im Elend erhalten,« (»Reasons for the late Increase of the Poor Rates: or a comparative view of the prices of labour and provisions«, Lond. 1777, p. 31.)

810 Rossi würde nicht so emphatisch diesen Punkt verdeklamieren, wäre er wirklich in das Geheimnis der »productive consumption« eingedrungen.

811 »Die Arbeiter in den Bergwerken Südamerikas, deren tägliches Geschäft (das schwerste vielleicht in der Welt) darin besteht, eine Last Erz, im Gewicht von 180 bis 200 Pfund, aus einer Tiefe von 450 Fuß auf ihren Schultern zutage zu fördern, leben nur noch von Brot und Bohnen; sie würden das Brot allein zur Nahrung vorziehn, allein ihre Herrn, welche gefunden haben, daß sie mit Brot nicht so stark arbeiten können, behandeln sie wie Pferde und zwingen sie, die Bohnen zu essen; die Bohnen sind aber verhältnismäßig an Knochenerde weit reicher als das Brot.« (Liebig, l.c., 1. Theil, p. 194, Note.)

812 James Mill, l.c. p. 238 sqq.

813 »Stiege der Preis der Arbeit so hoch, daß trotz des Zuwachses von Kapital nicht mehr Arbeit angewandt werden könnte, so würde ich sagen, daß solcher Zuwachs von Kapital unproduktiv konsumiert wird.« (Ricardo, l.c. p. 163.)

814 »Die einzig produktive Konsumtion im eigentlichen Sinn ist die Konsumtion oder Zerstörung von Reichtum« (er meint den Verbrauch der Produktionsmittel) »durch Kapitalisten zum Zwecke der Reproduktion... Der Arbeiter... ist ein produktiver Konsument für die Person, die ihn anwendet, und für den Staat, aber, genau gesprochen, nicht für sich selbst.« (Malthus. »Definitions etc.«, p. 30.)

815 »Das einzige Ding, wovon man sagen kann, daß es aufgespeichert und vorher präpariert ist, ist das Geschick des Arbeiters... Die Akkumulation und Aufspeicherung geschickter Arbeit, diese wichtigste Operation wird, was die große Masse der Arbeiter betrifft, ohne irgendwelches Kapital vollbracht.« (Hodgskin, »Labour Defended etc.«, p. 12, 13.)

816 »Dieser Brief kann als das Manifest der Fabrikanten angesehen werden.« (Ferrand, Motion über den cotton famine, Sitzung des H. o. C. vom 27. April 1863.)

817 Man erinnert sich, daß dasselbe Kapital aus einem andren Loch pfeift unter gewöhnlichen Umständen, wenn es gilt, den Arbeitslohn herabzusetzen. Dann erklären »die Meister« aus einem Munde (sieh Vierter Abschnitt, Note 188, S. 389): »Fabrikarbeiter sollten in heilsamer Erinnerung halten, daß ihre Arbeit in der Tat eine sehr niedrige Sorte geschickter Arbeit ist, daß keine leichter aneigenbar und in Anbetracht ihrer Qualität besser belohnt ist, daß keine durch kurze Unterweisung des mindest Erfahrnen in so kurzer Zeit und in solchem Überfluß zugeführt werden kann. Des Meisters Maschinerie« (die, wie wir jetzt hören, in 12 Monaten mit Vorteil und verbessert ersetzt werden kann) »spielt in der Tat eine viel wichtigere Rolle in dem Geschäft der Produktion als die Arbeit und das Geschick des Arbeiters« (die jetzt in 30 Jahren nicht ersetzbar sind), »die eine Erziehung von 6 Monaten lehren und jeder Bauernknecht lernen kann.«

818 »Times«, 24. March 1863.

819 Das Parlament votierte keinen Farthing für Emigration, sondern nur Gesetze, welche die Munizipalitäten befähigten, die Arbeiter zwischen Leben und Sterben zu halten oder sie zu exploitieren, ohne Zahlung von Normallöhnen. Als dagegen drei Jahre später die Rinderseuche ausbrach, durchbrach das Parlament wild sogar die parlamentarische Etikette und votierte im Umsehn Millionen zur Schadloshaltung der Millionäre von Landlords, deren Pächter sich ohnehin durch Steigerung der Fleischpreise schadlos hielten. Das bestiale Gebrüll der Grundeigentümer bei Eröffnung des Parlaments von 1866 bewies, daß man nicht Hindu zu sein braucht, um die Kuh Sabala anzubeten, noch Jupiter, um sich in einen Ochsen zu verwandeln.

820 »Der Arbeiter forderte Unterhaltsmittel, um zu leben, der Chef forderte Arbeit, um zu verdienen.« (Sismondi, l.c. p. 91.)

821 Eine bäuerlich plumpe Form dieser Hörigkeit existiert in der Grafschaft Durham. Es ist dies eine der wenigen Grafschaften, worin die Verhältnisse dem Pächter nicht unbestrittnen Eigentumstitel auf die Ackerbautaglöhner sichern. Die Bergwerkindustrie erlaubt letzteren eine Wahl. Der Pächter, im Gegensatz zur Regel, übernimmt hier daher nur Pacht von Ländereien, worauf sich cottages für die Arbeiter befinden. Der Mietpreis der cottage bildet Teil des Arbeitslohns. Diese cottages heißen »hind's houses«. Sie werden den Arbeitern unter gewissen Feudalverpflichtungen vermietet, unter einem Vertrag, der »bondage« (Hörigkeit) heißt und den Arbeiter z.B. bindet, für die Zeit, während deren er anderswo beschäftigt ist, seine Tochter usw. zu stellen. Der Arbeiter selbst heißt bondsman. Höriger. Dies Verhältnis zeigt auch die individuelle Konsumtion des Arbeiters als Konsumtion für das Kapital oder produktive Konsumtion – von einer ganz neuen Seite: »Es ist merkwürdig zu beobachten, wie selbst der Kot dieses bondsman zu den Sporteln an seinen kalkulierenden Gebieter zählt... Der Pächter erlaubt in der ganzen Nachbarschaft keinen Abtritt außer seinem eignen und duldet in dieser Beziehung keinen Abschlag von seinen Suzerainrechten.« (»Public Health. VII. Rep. 1864«, p. 188.)

822 Man erinnert sich, daß bei der Arbeit der Kinder usw. selbst die Formalität des Selbstverkaufs verschwindet.

823 »Das Kapital setzt die Lohnarbeit, die Lohnarbeit setzt das Kapital voraus. Sie bedingen sich wechselseitig, sie bringen sich wechselseitig hervor. Ein Arbeiter in einer Baumwollfabrik, produziert er nur Baumwollstoffe? Nein, er produziert Kapital. Er produziert Werte, die von neuem dazu dienen, seine Arbeit zu kommandieren und vermittelst derselben neue Werte zu schaffen,« (Karl Marx, »Lohnarbeit und Kapital« in »N[eue] Rh[einische] Z[eitung]« Nr. 266, 7. April 1849.) Die unter diesem Titel in der »N. Rh. Z.« veröffentlichten Artikel sind Bruchstücke der Vorlesungen, die ich über jenes Thema 1847 im deutschen Arbeiterverein in Brüssel hielt und deren Druck durch die Februarrevolution unterbrochen wurde.

824 »Akkumulation des Kapitals: die Verwendung eines Teiles der Revenue als Kapital.« (Malthus, »Definitions etc.«, ed. Cazenove, p. 11.) »Verwandlung von Revenue in Kapital.« (Malthus, »Princ. of Pol. Econ.«, 2nd ed., Lond. 1836, p. 320.)

825 Es wird hier abstrahiert vom Ausfuhrhandel, vermittelst dessen eine Nation Luxusartikel in Produktions- oder Lebensmittel umsetzen kann und umgekehrt. Um den Gegenstand der Untersuchung in seiner Reinheit, frei von störenden Nebenumständen aufzufassen, müssen wir hier die gesamte Handelswelt als eine Nation ansehn und voraussetzen, daß die kapitalistische Produktion sich überall festgesetzt und sich aller Industriezweige bemächtigt hat.

826 Sismondis Analyse der Akkumulation hat den großen Fehler, daß er sich zu sehr mit der Phrase: »Umsetzung von Revenue in Kapital« begnügt, ohne die materiellen Bedingungen dieser Operation zu ergründen.

827 »Die ursprüngliche Arbeit, der sein Kapital seine Entstehung schuldete.« (Sismondi. l.c., éd. Paris, t. I. p. 109.)

828 »Die Arbeit schafft das Kapital, bevor das Kapital die Arbeit anwendet.« (»Labour creates capital, before capital employs labour.«) (E. G. Wakefield, »England and America«. London 1833, v. II. p. 110.)

829 Das Eigentum des Kapitalisten an dem fremden Arbeitsprodukt »ist strenge Konsequenz des Gesetzes der Aneignung, dessen Fundamentalprinzip umgekehrt der ausschließliche Eigentumstitel jedes Arbeiters am Produkt seiner eignen Arbeit war«. (Cherbuliez, »Richesse ou Pauvreté«, Paris 1841, p. 58, wo jedoch dieser dialektische Umschlag nicht richtig entwickelt wird.)

830 Man bewundere daher die Pfiffigkeit Proudhons, der das kapitalistische Eigentum abschaffen will, indem er ihm gegenüber – die ewigen Eigentumsgesetze der Warenproduktion geltend macht!

831 »Kapital ist akkumulierter Reichtum, angewandt, um Profit zu erzielen.« (Malthus, l.c. [p. 262].) »Kapital... bestellt aus Reichtum, von der Revenue erspart und zur Erzielung von Profit gebraucht.« (R. Jones, »Text-book of lectures on the Political Economy of Nations«, Hertford 1852, p. 16.)

832 »Die Besitzer des Mehrprodukts oder Kapitals.« (»The Source and Remedy of the National Difficulties. A Letter to Lord John Russell«, Lond. 1821, [p. 4.])

833 »Kapital, mit dem Zinseszins auf jeden Teil des gesparten Kapitals, reißt alles so sehr an sich, daß der ganze Reichtum auf der Welt, von dem Einkommen bezogen wird, schon vor langem Kapitalzins geworden ist.« (London »Economist«. 19. July 1851.)

834 »Kein politischer Ökonom der heutigen Zeit kann unter Sparen nur Schatzbildung verstehen: und abgesehen von diesem abgekürzten und ungenügenden Verfahren, kann man sich keinen andren Gebrauch dieses Ausdrucks im Hinblick auf den nationalen Reichtum vorstellen als jenen, der aus der verschiedenen Verwendung des Ersparten hervorgehen muß und auf einer wirklichen Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten von Arbeit basiert, die davon erhalten werden.« (Malthus, l.c. p. 38, 39.)

835 So ist bei Balzac, der alle Schattierungen des Geizes so gründlich studiert hatte, der alte Wucherer Gobseck schon verkindischt, als er anfängt, sich einen Schatz aus aufgehäuften Waren zu bilden.

836 »Akkumulation von Kapitalien... Aufhören des Austausches... Überproduktion.« (Th. Corbet, l.c. p. 104.)

837 Ricardo, l.c. p. 163, Note.

838 Trotz seiner »Logik« kommt Herr J. St. Mill nirgendswo auch nur solcher fehlerhaften Analyse seiner Vorgänger auf die Sprünge, welche selbst innerhalb des bürgerlichen Horizonts, vom reinen Fachstandpunkt aus, nach Berichtigung schreit. Überall registriert er mit schülermäßigem Dogmatismus die Gedankenwirren seiner Meister. Auch hier: »Auf die Dauer gesehen, löst sich das Kapital selbst völlig in Lohn auf, und wenn es durch den Verkauf des Produkts ersetzt wird, so wird es wieder zu Lohn.«

839 A. Smith hat in der Darstellung des Reproduktionsprozesses, daher auch der Akkumulation, nach mancher Seite hin nicht nur keine Fortschritte, sondern entschiedene Rückschritte gemacht im Vergleich zu seinen Vorgängern, namentlich den Physiokraten. Mit seiner im Text erwähnten Illusion hängt das ebenfalls von ihm der politischen Ökonomie vererbte, wahrhaft fabelhafte Dogma zusammen, daß der Preis der Waren aus Arbeitslohn, Profit (Zins) und Grundrente, also bloß aus Arbeitslohn und Mehrwert zusammengesetzt ist. Von dieser Basis ausgehend, gesteht wenigstens Storch naiv: »Es ist unmöglich, den notwendigen Preis in seine einfachsten Elemente aufzulösen.« (Storch, l.c., Petersb., Édit. 1815, t. II, p. 141, Note.) Eine schöne ökonomische Wissenschaft, die es für unmöglich erklärt, den Preis der Waren in seine einfachsten Elemente aufzulösen! Das Nähere hierüber wird man erörtert finden im 3. Abschn. des Zweiten und im 7. Abschn. des Dritten Buchs.

840 Der Leser wird bemerken, daß das Wort Revenue doppelt gebraucht wird, erstens um den Mehrwert als periodisch aus dem Kapital entspringende Frucht, zweitens um den Teil dieser Frucht zu bezeichnen, der vom Kapitalisten periodisch verzehrt oder zu seinem Konsumtionsfonds geschlagen wird. Ich behalte diesen Doppelsinn bei, weil er mit dem Sprachgebrauch der englischen und französischen Ökonomen harmoniert.

841 In der altmodischen, wenn auch stets erneuten, Form des Kapitalisten, im Wucherer, veranschaulicht Luther sehr gut die Herrschsucht als Element des Bereicherungstriebs. »Die Helden haben können aus der Vernunft rechnen, dass ein Wucherer sey ein vierfaltiger Dieb und Mörder. Wir Christen aber halten sie in solchen ehren das wir sie schier anbeten umb ihres Geldes willen... Wer einem andern seine Narung aussauget, raubet und stilet, der thut eben so grossen Mord (so viel an jm ligt) als der einen Hungers sterbet und zu Grunde verterbet. Solches thut aber ein Wucherer, und sitzet die weil auf seinem Stuel sicher, so er billicher hangen solt am Galgen, und von soviel Raben gefressen werden, als er gülden gestolen hatte, wo anders so viel fleisches an jm were, das so viel Raben sich drein stücken und teilen kündten. Dieweil hanget man die kleinen Diebe... Kleine Diebe ligen in Stöcken gefangen, grosse Diebe gehn in gold und seiden prangen... Also ist auch kein grösser Menschenfeind auff Erden (nach dem Teuffel) denn ein Geitshals und Wucherer, denn er will über alle menschen Gott sein. Türcken, Krieger, Tyrannen sind auch böse Menschen, doch müssen sie lassen die Leute leben und bekennen, dass sie Böse und Feinde sind. Und können, ja müssen wol zu weilen sich über etliche erbarmen. Aber ein Wucherer und Geitzwanst, der will das alle Welt im müsste in Hunger und Durst, Trauer und Not verderben, so viel an jm ist, auff das ers alles allein möcht haben, und jedermann von jm, als von einem Gott empfahen und ewiglich sein Leibeigener sein, Schauben, güldne Kette, Ringe tragen, das maul wischen, sich für einen theuren, frommen Mann lassen ansehen und rhümen... Wucher ist ein gros und ungeheur monstrum, wie ein Beerwolff, der alles wüstet, mehr den kein Cacus, Gerion oder Antus. Und schmückt sich doch und wil fromm sein, das man nicht sehen sol, wo die Ochsen, die er rücklings in sein Loch zieht, hinkommen. Aber Hercules sol der Ochsen und der Gefangenen Geschrey hören und den Cacum suchen auch in Klippen und Felsen, die Ochsen wider lösen, von dem Bösewicht. Denn Cacus heisst ein Bösewicht, der ein frommer Wucherer ist, stilet, raubet, frisst alles. Und wils doch nicht gethan haben, und sol ja nimand finden, weil die Ochsen rücklings in sein Loch gezogen, schein und fusstapffen geben, als seien sie herausgelassen. Also wil der Wucherer auch die Welt effen, als nütze er und gebe der welt ochsen, so er sie doch zu sich allein reisst und frisst... Und so man die Strassenräuber, Mörder und Beuheder, redert und köpffet, wie viel mehr solt man alle Wucherer redern und edern... verjagen, verfluchen und köpffen.« (Martin Luther, l.c.)

842 Dr. Aikin, »Description of the Country from 30 to 40 miles round Manchester«, Lond. 1795, p. [181], 182 sqq., [188].

843 A. Smith, l.c., b. II, ch. III, [p. 367].

844 Selbst J. B. Say sagt; »Die Ersparnisse der Reichen werden auf Kosten der Armen gemacht.« »Der römische Proletarier lebte fast ganz auf Kosten der Gesellschaft... Man könnte fast sagen, daß die moderne Gesellschaft auf Kosten der Proletarier lebt, von dem Teil, den sie auf Belohnung der Arbeit ihnen entzieht.« (Sismondi, »Études etc.«, t. I, p. 24.)

845 Malthus, l.c. p. 319, 320.

846 »An inquiry into those principles respecting the Nature of Demand etc.«, p. 67.

847 l.c. p. 59.

848 Senior, »Principes fondamentaux de l'Econ. Pol.« trad. Arrivabene, Paris 1836, p. 309. Dies war den Anhängern der alten klassischen Schule doch etwas zu toll. »Herr Senior schiebt dem Ausdruck Arbeit und Kapital den Ausdruck Arbeit und Abstinenz unter... Abstinenz ist eine bloße Negation. Es ist nicht die Abstinenz, sondern der Gebrauch des produktiv verwandten Kapitals, welcher die Quelle des Profits bildet.« (John Cazenove, l.c. p. 130, Note.) Herr John St. Mill exzerpiert dagegen auf der einen Seite Ricardos Profittheorie und annexiert auf der andren Seniors »remuneration of abstinence«. So fremd ihm der Hegelsche »Widerspruch«, die Springquelle aller Dialektik, so heimisch ist er in platten Widersprüchen.

Zusatz zur 2. Ausg. Der Vulgärökonom hat nie die einfache Reflexion angestellt, daß jede menschliche Handlung als »Enthaltung« von ihrem Gegenteil aufgefaßt werden kann. Essen ist Enthaltung von Fasten, Gehn Enthaltung von Stehn, Arbeiten Enthaltung von Faulenzen, Faulenzen Enthaltung von Arbeiten etc. Die Herren täten wohl, einmal nachzudenken über Spinozas: Determinatio est negatio.

849 Senior, l.c. p. 342, 343.

850 »Kein Mensch... wird z.B. seinen Weizen aussäen und ihn ein Jahr im Boden liegen oder seinen Wein Jahrelang im Keller lassen, statt diese Dinge oder ihre Äquivalente sofort zu konsumieren... wenn er nicht erwartete, zusätzlichen Wert zu erhalten etc.« (Scrope, »Polit. Econ.«, edit. von A. Potter, New York 1841, p. 133.)

851 »Die Entbehrung, die sich der Kapitalist auferlegt, indem er seine Produktionsmittel an den Arbeiter verleiht« (dieser Euphemismus gebraucht, um nach probater vulgärökonomischer Manier den vom industriellen Kapitalisten exploitierten Lohnarbeiter mit dem industriellen Kapitalisten selbst zu identifizieren, welcher vom Geld verleihenden Kapitalisten pumpt!), »statt ihren Wert seinem eignen Gebrauch zu widmen, indem er sie in nützliche oder angenehme Gegenstände verwandelt.« (G. de Molinari, l.c. p. 36.)

852 »La conservation d'un capital exige... un effort... constant pour résister a la tentation de le consom mer.« (Courcelle-Seneuil, l.c. p. 20.)

853 »Die besonderen Einkommensklassen, die am reichlichsten zum Fortschritt des nationalen Kapitals beitragen, ändern sich auf verschiedenen Stufen ihrer Entwicklung und sind infolgedessen gänzlich verschieden bei Nationen, die verschiedene Positionen in dieser Entwicklung einnehmen... Profite... eine unwichtige Quelle der Akkumulation, im Vergleich zu Löhnen und Renten, auf den früheren Stufen der Gesellschaft... Wenn ein beträchtliches Anwachsen in den Kräften der nationalen Industrie tatsächlich stattgefunden hat, erlangen die Profite eine vergleichsweise größere Wichtigkeit als Quelle der Akkumulation.« (Richard Jones, »Textbook etc.«, p. 16, 21.)

854 l.c. p. 36 sq. 〈Zur 4. Aufl. – Muß ein Versehen sein, die Stelle ist nicht gefunden worden. – F. E.}

855 »Ricardo sagt: ›In verschiednen Stadien der Gesellschaft ist die Akkumulation des Kapitals oder der Mittel, Arbeit anzuwenden‹« (sc. zu exploitieren) »›mehr oder weniger rasch und muß in allen Fällen von den Produktivkräften der Arbeit abhängen. Die Produktivkräfte der Arbeit sind im allgemeinen am größten, wo Überfluß von fruchtbarem Boden existiert.‹ Bedeuten in diesem Satz die Produktivkräfte der Arbeit die Kleinheit des aliquoten Teils jedes Produkts, der denen zufällt, deren Handarbeit es produziert, so ist der Satz tautologisch, weil der übrigbleibende Teil der Fonds ist, woraus, wenn es seinem Eigner beliebt (if the owner pleases), Kapital akkumuliert werden kann. Aber dies ist meistens nicht der Fall, wo das Land am fruchtbarsten ist.« (»Observations on certain verbal disputes etc.«, p. 74.)

856 J. St. Mill, »Essays on some unsettled Questions of Polit. Economy«, Lond. 1844, p. 90, 91.

857 »An Essay on Trade and Commerce«, Lond. 1770, p. 44. Ähnlich brachte die »Times« vom Dezember 1866 und Januar 1867 Herzensergießungen englischer Minenbesitzer, worin der glückliche Zustand der belgischen Minenarbeiter geschildert ward, die nicht mehr verlangten und nicht mehr erhielten, als strikt nötig, um für ihre »masters« zu leben. Die belgischen Arbeiter dulden viel, aber als Musterarbeiter in der »Times« zu figurieren! Anfang Februar 1867 antwortete der mit Pulver und Blei unterdrückte Strike der belgischen Minenarbeiter (bei Marchienne).

858 l.c. p. 44, 46.

859 Der Fabrikant von Northamptonshire begeht eine im Herzensdrang entschuldbare pia fraus. Er vergleicht angeblich das Leben englischer und französischer Manufakturarbeiter, schildert aber, wie er später in seiner Verdadderung selbst gesteht, mit den eben zitierten Worten französische Agrikulturarbeiter!

860 l.c. p. 70, 71. Note zur dritten Auflage. Heute sind wir, dank der seitdem hergestellten Weltmarktskonkurrenz, ein gut Stück weiter. »Wenn China«, erklärt das Parlamentsmitglied Stapleton seinen Wählern, »wenn China ein großes Industrieland wird, so sehe ich nicht ein, wie die europäische Arbeiterbevölkerung den Kampf aushalten könnte, ohne auf das Niveau ihrer Konkurrenten herabzusteigen.« (»Times«, 3. Sept. 1873.) – Nicht mehr kontinentale, nein, chinesische Lohne, das ist jetzt das ersehnte Ziel des englischen Kapitals.

861 Benjamin Thompson, »Essays, political, economical, and philosophical etc.«, 3 vol. Lond. 1796-1802, vol. I p. 294. In seinem »The State of the Poor, or an History of the Labouring Classes in England etc.«, empfiehlt Sir F. M. Eden die Rumfordsche Bettelsuppe bestens den Vorstehern von Workhouses und mahnt die englischen Arbeiter vorwurfsvoll, daß »es bei den Schotten viele Familien gibt, die statt von Weizen, Roggen und Fleisch, monatelang von Hafergrütze und Gerstenmehl, nur mit Salz und Wasser gemischt, leben und das obendrein noch sehr komfortabel (and that very comfortably too)«. (l.c., v. I, b. II, ch. II, p. 503.) Ähnliche »Fingerzeige« im 19. Jahrhundert. »Die englischen Ackerbauarbeiter«, heißt es z.B., »wollen keine Mischungen niederer Kornarten essen. In Schottland, wo die Erziehung besser ist, ist dies Vorurteil wahrscheinlich unbekannt.« (Charles H. Parry M. D., »The Question of the Necessity of the existing Cornlaws considered«, Lond. 1816, p. 69.) Derselbe Parry klagt jedoch, daß der englische Arbeiter jetzt (1815) sehr heruntergekommen sei, verglichen mit Edens Zeit (1797).

862 Aus den Berichten der letzten parlamentarischen Untersuchungskommission über Fälschung von Lebensmitteln sieht man, daß selbst die Fälschung der Arzneistoffe in England nicht Ausnahme, sondern Regel bildet. Z.B. die Examination von 34 Proben von Opium, gekauft in ebensoviel verschiednen Londoner Apotheken, ergab, daß 31 verfälscht waren mit Mohnkapsel, Weizenmehl, Gummischleim, Ton, Sand usw. Viele enthielten kein Atom Morphin.

863 G. L. Newnham (barrister at law): »A Review of the Evidence before the Committees of the two Houses of Parliament on the Cornlaws«, Lond. 1815, p. 20, Note.

864 l.c. p. 19, 20.

865 Ch. H. Parry, l.c. p. 77, 69. Die Herrn Landlords ihrerseits »indemnifizierten« sich nicht nur für den Antijakobinerkrieg, den sie im Namen Englands führten, sondern bereicherten sich enorm. »Ihre Renten verdoppelten, verdreifachten, vervierfachten und, in Ausnahmsfällen, versechsfachten sich in 18 Jahren.« (l.c. p. 100, 101.)

866 Friedrich Engels, »Lage der arbeitenden Klasse in England«, p. 20.

867 Die klassische Ökonomie hat wegen mangelhafter Analyse des Arbeits- und Verwertungsprozesses dies wichtige Moment der Reproduktion nie ordentlich begriffen, wie man z.B. bei Ricardo sehn kann. Er sagt z.B.: Welches immer der Wechsel der Produktivkraft, »eine Million Menschen produziert in den Fabriken stets denselben Wert«. Dies richtig, wenn Extension und Intensivgrad ihrer Arbeit gegeben. Es verhindert aber nicht, und Ricardo übersieht dies in gewissen Schlußfolgerungen, daß eine Million Menschen sehr verschiedne Massen von Produktionsmitteln, bei verschiedner Produktivkraft ihrer Arbeit, in Produkt verwandelt, daher sehr verschiedne Wertmassen in ihrem Produkt erhält, die von ihr gelieferten Produktenwerte also sehr verschieden sind. Ricardo hat, nebenbei bemerkt, an jenem Beispiel umsonst versucht, dem J. B. Say den Unterschied zwischen Gebrauchswert (den er hier wealth nennt, stofflichen Reichtum) und Tauschwert klarzumachen. Say antwortet: »Was die Schwierigkeit anbelangt, die Ricardo hervorhebt, wenn er sagt, daß bei besseren Verfahren eine Million Menschen zwei- bis dreimal soviel Reichtümer hervorbringen kann, ohne mehr Wert zu erzeugen, so verschwindet diese Schwierigkeit, wenn man, wie erforderlich, die Produktion als einen Austausch ansieht, bei dem man die produktiven Dienste seiner Arbeit, seiner Erde und seiner Kapitalien hergibt, um Produkte zu erhalten. Durch diese produktiven Dienste erhalten wir nämlich alle Produkte, die es auf der Welt gibt... Also... sind wir um so reicher, haben unsere produktiven Dienste um so größeren Wert, je größer die Menge nützlicher Dinge ist, die sie bei dem Produktion genannten Austausch einbringen.« (J. B. Say, »Lettres à M. Malthus«, Paris 1820, p. 168, 169.) Die »difficulté« – sie existiert für ihn, nicht für Ricardo –, die Say erklären soll, ist die: Warum vermehrt sich nicht der Wert der Gebrauchswerte, wenn ihre Quantität infolge gesteigerter Produktivkraft der Arbeit wächst? Antwort: Die Schwierigkeit wird dadurch gelöst, daß man den Gebrauchswert gefälligst Tauschwert nennt. Tauschwert ist ein Ding, das one way or another mit Austausch zusammenhängt. Man nenne also die Produktion einen »Austausch« von Arbeit und Produktionsmitteln gegen das Produkt, und es ist klar wie Wasser, daß man um so mehr Tauschwert erhält, je mehr Gebrauchswert einem die Produktion liefert. In andren Worten: Je mehr Gebrauchswerte, z.B. Strümpfe, ein Arbeitstag dem Strumpffabrikanten liefert, desto reicher ist er an Strümpfen. Plötzlich fällt Say jedoch ein, daß »mit der größern Quantität« der Strümpfe ihr »Preis« (der natürlich nichts mit dem Tauschwert zu tun hat) fällt, »weil die Konkurrenz sie« (die Produzenten) »zwingt, die Produkte für das hinzugeben, was sie sie kosten«. Aber wo denn kommt der Profit her, wenn der Kapitalist die Waren zu dem Preis verkauft, den sie ihm kosten? Doch never rnind. Say erklärt, daß infolge der gesteigerten Produktivität jeder im Ersatz für dasselbe Äquivalent jetzt zwei statt früher ein Paar Strümpfe usw. erhält. Das Resultat, wobei er anlangt, ist grade der Satz Ricardos, den er widerlegen wollte. Nach dieser gewaltigen Denkanstrengung apostrophiert er Malthus triumphierend mit den Worten: »Das ist, mein Herr, die gut begründete Lehre, ohne die es, so erkläre ich, nicht möglich ist, die schwierigsten Fragen der politischen Ökonomie zu lösen, insbesondere, wie es kommt, daß eine Nation reicher werden kann, wenn ihre Produkte sich im Wert vermindern, obwohl der Reichtum Wert darstellt.« (l.c. p. 170.) Ein englischer Ökonom bemerkt über ähnliche Kunststücke in Says »Lettres«: »Diese affektierten Manieren zu schwatzen (those affected ways of talking) bilden im Ganzen das, was Herr Say seine Doktrin zu nennen beliebt und die er dem Malthus ans Herz legt, zu Hertford zu lehren, wie das schon ›dans plusieurs parties de l'Europe‹ geschehe. Er sagt: ›Wenn Sie an allen diesen Behauptungen einen paradoxen Charakter finden, betrachten Sie die Dinge, die sie ausdrücken, und ich wage zu glauben, daß sie ihnen lehr einfach und sehr vernünftig vorkommen werden.‹ Zweifelsohne, und zugleich werden sie infolge desselben Prozesses alles andere, nur nicht original oder wichtig erscheinen.« (»An inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand etc.«, p. 110.)

868 MacCulloch löste das Patent auf »wages of past labour« lange bevor Senior das Patent auf die »wages of abstinence«.

869 Vgl. u. a.: J. Bentham, »Théorie des Peines et des Récompenses«, trad. Et. Dumont, 3ème éd., Paris 1826, t. II, 1. IV, ch. II.

870 Jeremias Bentham ist ein rein englisches Phänomen. Selbst unsern Philosophen Christian Wolf nicht ausgenommen, hat zu keiner Zeit und in keinem Land der hausbackenste Gemeinplatz sich jemals so selbstgefällig breitgemacht. Das Nützlichkeitsprinzip war keine Erfindung Benthams. Er reproduzierte nur geistlos, was Helvetius und andere Franzosen des 18. Jahrhunderts geistreich gesagt hatten. Wenn man z.B. wissen will, was ist einem Hunde nützlich?, so muß man die Hundenatur ergründen. Diese Natur selbst ist nicht aus dem »Nützlichkeitsprinzip« zu konstruieren. Auf den Menschen angewandt, wenn man alle menschliche Tat, Bewegung, Verhältnisse usw. nach dem Nützlichkeitsprinzip beurteilen will, handelt es sich erst um die menschliche Natur im allgemeinen und dann um die in jeder Epoche historisch modifizierte Menschennatur. Bentham macht kein Federlesens. Mit der naivsten Trockenheit unterstellt er den modernen Spießbürger, speziell den englischen Spießbürger, als der, Normalmenschen. Was diesem Kauz von Normalmensch und seiner Welt nützlich, ist an und für sich nützlich. An diesem Maßstab beurteilt er dann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Z.B. die christliche Religion ist »nützlich«, weil sie dieselben Missetaten religiös verpönt, die der Strafkodex juristisch verdammt. Kunstkritik ist »schädlich«, weil sie ehrbare Leute in ihrem Genuß an Martin Tupper stört usw. Mit solchem Schund hat der brave Mann, dessen Devise: »nulla dies sine linea«, Berge; von Büchern gefüllt. Wenn ich die Courage meines Freundes H. Heine hätte, würde ich Herrn Jeremias ein Genie in der bürgerlichen Dummheit nennen.

871 »Politische Ökonomen sind zu geneigt, eine bestimmte Quantität von Kapital und eine bestimmte Anzahl Arbeiter als Produktionsinstrumente von gleichförmiger Kraft und als mit einer gewissen gleichförmigen Intensität wirkend zu behandeln... Diejenigen, die behaupten, daß Waren die einzigen Agenten der Produktion sind, beweisen, daß die Produktion überhaupt nicht erweitert werden kann, denn zu einer solchen Erweiterung müßten Lebensmittel, Rohmaterialien und Werkzeuge vorher vermehrt werden, was in der Tat darauf hinauskommt, daß kein Wachstum der Produktion ohne ihr vorheriges Wachstum stattfinden kann oder, in andren Worten, daß jedes Wachstum unmöglich ist.« (S. Bailey, »Money and its Vicissitudes«, p. 58 u. 70.) Bailey kritisiert das Dogma hauptsächlich vom Standpunkt des Zirkulationsprozesses.

872 J. St. Mill sagt in seinen »Principles of Polit. Economy« [b. II, ch. I, § 3]: »Das Produkt der Arbeit wird heutzutag verteilt im umgekehrten Verhältnis zur Arbeit – der größte Teil an die, die niemals arbeiten, der nächstgrößte an die, deren Arbeit fast nur nominell ist, und so, auf absteigender Skala, schrumpft die Belohnung zusammen, im Maße wie die Arbeit härter und unangenehmer wird, bis die ermüdendste und erschöpfendste körperliche Arbeit nicht mit Sicherheit auch nur auf Gewinnung der Lebensbedürfnisse rechnen kann.« Zur Vermeldung von Mißverständnis bemerke ich, daß, wenn Männer wie J. St. Mill usw. wegen des Widerspruchs ihrer altökonomischen Dogmen und ihrer modernen Tendenzen zu rügen sind, es durchaus unreell wäre, sie mit dem Troß der vulgärökonomischen Apologeten zusammenzuwerfen.

873 H. Fawcett, Prof. of Polit. Econ. at Cambridge: »The Economic Position of the British Labourer«, Lond. 1865, p. 120.

874 Ich erinnere hier den Leser, daß die Kategorien: variables und konstantes Kapital von mir zuerst gebraucht werden. Die politische Ökonomie seit A. Smith wirft die darin enthaltenen Bestimmungen mit den aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden Formunterschieden von fixem und zirkulierendem Kapital kunterbunt zusammen. Das Nähere darüber im Zweiten Buch, zweiter Abschnitt.

875 Fawcett, l.c. p. 123, 122.

876 Man könnte sagen, daß nicht nur Kapital, sondern auch Arbeiter, in Form der Emigration, jährlich aus England exportiert werden. Im Text ist jedoch gar nicht dir Rede vom Peculium der Auswanderer, die zum großen Teil keine Arbeiter sind. Die Pächterssöhne liefern große Portion. Das jährlich zur Verzinsung ins Ausland versandte englische Zusatzkapital steht in ungleich größerem Verhältnis zur jährlichen Akkumulation als die jährliche Auswanderung zum jährlichen Zuwachs der Bevölkerung.

877 Karl Marx, l.c. – »Bei gleicher Unterdrückung der Massen ist ein Land um so reicher, je mehr Proletarier es hat.« (Colins, »L'Économie Politique, Source des Révolutions et des Utopies prétendues Socialistes«, Paris 1857, t. III, p. 331.) Unter »Proletarier« ist ökonomisch nichts zu verstehn als der Lohnarbeiter, der »Kapital« produziert und verwertet und aufs Pflaster geworfen wird, sobald er für die Verwertungsbedürfnisse des »Monsieur Kapital«, wie Pecqueur diese Person nennt, überflüssig ist. »Der kränkliche Proletarier des Urwalds« ist ein artiges Roschersches Phantom. Der Urwäldler ist Eigentümer des Urwalds und behandelt der Urwald, ganz so ungeniert wie der Orang-Utang, als sein Eigentum. Er ist also nicht Proletarier. Dies wäre nur der Fall, wenn der Urwald ihn, statt er den Urwald exploitierte. Was seinen Gesundheitszustand betrifft, steht solcher wohl den Vergleich aus nicht nur mit dem des modernen Proletariers, sondern auch dem der syphilitischen und skrofulösen »Ehrbarkeit«. Doch versteht Herr Wilhelm Roscher unter Urwald wahrscheinlich die stammverwandte Lüneburger Heide.

878 »As the Labourers make men rich, so the more Labourers, there will be the more rich men... the Labour of the Poor being the Mines of the Rich.« (John Bellers, l.c. p. 2.)

879 B. de Mandeville, (»The Fable of the Bees«, 5th ed., Lond. 1728, Remarks, p. 212, 213, 328.) – »Mäßiges Leben und beständige Arbeit sind für den Armen der Weg zum materiellen Glücke« (worunter er möglichst langen Arbeitstag und möglichst wenig Lebensmittel versteht) »und zum Reichtum für den Staat« (nämlich Grundeigentümer, Kapitalisten und ihre politischen Würdeträger und Agenten). (»An Essay on Trade and Commerce«, Lond. 1770, p. 54.)

880 Eden hätte fragen sollen, wessen Kreatur sind denn »die bürgerlichen Institutionen«? Vom Standpunkt der juristischen Illusion betrachtet er nicht das Gesetz als Produkt der materiellen Produktionsverhältnisse, sondern umgekehrt die Produktionsverhältnisse als Produkt des Gesetzes. Linguet warf Montesquieus illusorischen »Esprit des Lois« mit dem einen Wort über den Haufen: »L'esprit des lois, c'est la propriété«.

881 Eden, l.c., v. I, 1. I, ch. I, p. 1, 2 und Preface, p. XX.

882 Sollte der Leser an Malthus erinnern, dessen »Essay on Population« 1798 erschien, so erinnere ich, daß diese Schrift in ihrer ersten Form nichts als ein schülerhaft oberflächliches und pfäffisch verdeklamiertes Plagiat aus Defoe, Sir James Steuart, Townsend, Franklin, Wallace usw. ist und nicht einen einzigen selbstgedachten Satz enthält. Das große Aufsehn, das dies Pamphlet erregte, entsprang lediglich Parteiinteressen. Die Französische Revolution hatte im britischen Königreich leidenschaftliche Verteidiger gefunden; das »Populationsprinzip«, langsam im 18. Jahrhundert herausgearbeitet, dann mitten in einer großen sozialen Krisis mit Pauken und Trompeten verkündet als das unfehlbare Gegengift gegen die Lehren von Condorcet u. a., wurde jubelnd begrüßt von der englischen Oligarchie als der große Austilger aller Gelüste nach menschlicher Fortentwicklung. Malthus, über seinen Erfolg hocherstaunt, gab sich dann daran, oberflächlich kompiliertes Material in das alte Schema zu stopfen und neues, aber nicht von Malthus entdecktes, sondern nur annexiertes, zuzufügen. – Nebenbei bemerkt. Obgleich Malthus Pfaffe der englischen Hochkirche, hatte er das Mönchsgelübde des Zölibats abgelegt. Dies ist nämlich eine der Bedingungen der fellowship der protestantischen Universität zu Cambridge. »Daß die Mitglieder der Kollegien verheiratet sind, gestatten wir nicht, sondern sobald jemand eine Frau nimmt, hört er damit auf, Mitglied des Kollegiums zusein.« (»Reports of Cambridge University Commission«, p. 172.) Dieser Umstand unterscheidet Malthus vorteilhaft von den andren protestantischen Pfaffen, die das katholische Gebot des Priesterzölibats von sich selbst abgeschüttelt und das »Seid fruchtbar und mehret euch« in solchem Maß als ihre spezifisch biblische Mission vindiziert haben, daß sie überall in wahrhaft unanständigem Grad zur Vermehrung der Bevölkerung beitragen, während sie gleichzeitig den Arbeitern das »Populationsprinzip« predigen. Es ist charakteristisch, daß der ökonomische travestierte Sündenfall, der Adamsapfel, der »urgent appetite«, »the checks which tend to blunt the shafts of Cupid«, wie Pfaff Townsend munter sagt, daß dieser kitzlige Punkt von den Herrn von der protestantischen Theologie oder vielmehr Kirche monopolisiert ward und wird. Mit Ausnahme des venetianischen Mönches Ortes, eines originellen und geistreichen Schriftstellers, sind die meisten Populationslehrer protestantische Pfaffen. So Bruckner: »Théorie du Système animal«, Leyde 1767, worin die ganze moderne Bevölkerungstheorie erschöpft ist und wozu der vorübergehende Zank zwischen Quesnay und seinem Schüler Mirabeau père über dasselbe Thema Ideen lieferte, dann Pfaffe Wallace, Pfaffe Townsend, Pfaffe Malthus und sein Schüler, der Erzpfaff Th. Chalmers, von kleineren pfaffischen Skribenten in this line gar nicht zu reden. Ursprünglich ward die politische Ökonomie betrieber von Philosophen, wie Hobbes, Locke, Hume, Geschäfts- und Staatsleuten, wie Thomas Morus, Temple, Sully, de Witt, North, Law, Vanderlint, Cantillon, Franklin und theoretisch namentlich, und mit dem größten Erfolg, von Medizinern, wie Petty. Barbon, Mandeville, Quesnay. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts entschuldigt sich Rev. Mr. Tucker, ein bedeutender Ökonom für seine Zeit, daß er sich mit dem Mammon beschäftigte. Später, und zwar mit dem »Bevölkerungsprinzip« schlug die Stunde der protestantischen Pfaffen. Als ob er diese Geschäftsverpfuschung geahnt, sagt Petty, der die Population als Basis des Reichtums behandelt und, gleich Adam Smith, abgesagter Pfaffenfeind: »Die Religion blüht am besten, wenn die Priester am meisten kasteit werden, wie das Recht am besten, wo die Advokaten verhungern.« Er rät daher den protestantischen Pfaffen, wenn sie einmal dem Apostel Paulus nicht folgen und sich nicht durch das Zölibat »abtöten« wollen, »doch ja nicht mehr Pfaffen zu hecken (not to breed more Churchmen) als die vorhandenen Pfründen (benefices) absorbieren können; d.h. wenn es nur 12000 Pfründen in England und Wales gibt, ist es unweis, 24000 Pfaffen zu hecken (it will not be safe to breed 24000 ministers), denn dl; 12000 Unversorgten werden stets einen Lebensunterhalt zu gewinnen suchen, und wir könnten sie das leichter tun, als indem sie unter das Volk gehn und es überreden, die 12000 Pfründnen vergifteten die Seelen, und hungerten selbige Seelen aus, und zeigten ihnen den Holzweg zum Himmel?« (Petty, »A Treatise on Taxes and Contributions«, Lond. 1667, p. 57.) Adam Smiths Stellung zum protestantischen Pfaffentum seiner Zeit ist durch folgendes charakterisiert. In »A Letter to A. Smith, L L. D. On the Life, Death and Philosophy of his Friend David Hume. By One of the People called Christians«, 4th ed., Oxford 1784, kanzelt Dr. Horne, hochkirchlicher Bischof von Norwich, den A. Smith ab, weil er in einem öffentlichen Sendschreiben an Herrn Strahan seinen »Freund David« (sc. Hume) »einbalsamiere«, weil er dem Publikum erzähle, wie »Hume auf seinem Sterbebett sich mit Lukian und Whist amüsierte«, und sogar die Frechheit hatte, zu schreiben: »Ich habe Hume stets, sowohl während seines Lebens wie nach seinem Tode so nahe dem ideal eines vollkommen weisen und tugendhaften Mannes betrachtet, als die Schwäche der menschlichen Natur erlaubt.« Der Bischof ruft entrüstet: »Ist es recht von ihnen, mein Herr, uns als vollkommen weise und tugendhaft den Charakter und Lebenswandel eines Menschen zu schildern, der von einer unheilbaren Antipathie besessen war wider alles, was Religion heißt, und der jeden Nerv anspannte, um, so viel an ihm, selbst ihren Namen aus dem Gedächtnis der Menschen zu löschen?« (l.c. p. 8.) »Aber laßt euch nicht entmutigen, Liebhaber der Wahrheit, der Atheismus ist kurzlebig.« (p. 17.) Adam Smith »hat die gräßliche Ruchlosigkeit (the atrocious wickedness), den Atheismus durch das Land zu propagandieren« (nämlich durch seine »Theory of moral sentiments«). »... Wir kennen Eure Schliche, Herr Doktor! ihr meint's gut, rechnet aber diesmal ohne den Wirt. Ihr wollt uns durch das Beispiel von David Hume, Esq., weismachen, daß Atheismus der einzige Schnaps (cordial) für ein niedergeschlagnes Gemüt und das einzige Gegengift wider Todesfurcht ist... Lacht nur über Babylon in Ruinen und beglückwünscht nur den verhärteten Bösewicht Pharao!« (l.c. p. 21, 22.) Ein orthodoxer Kopf unter A. Smiths Kollegienbesuchern schreibt nach dessen Tod: »Smiths Freundschaft für Hume verhinderte ihn, ein Christ zu sein... Er glaubte Hume alles aufs Wort. Wenn Hume ihm gesagt, der Mond sei ein grüner Käs, er hätt's geglaubt. Er glaubte ihm daher auch, daß es keinen Gott und keine Wunder gebe... In seinen politischen Prinzipien streifte er an Republikanismus.« (»The Bee« by James Andersen, 18 vls., Edinb. 1791-1793, vol. 3, p. 166, 165.) Pfaff Th. Chalmers hat A. Smith in Verdacht, daß er aus reiner Malice die Kategorie der »unproduktiven Arbeiter« eigens für die protestantischen Pfaffen erfand, trotz ihrer gesegneten Arbeit im Weinberg des Herrn.

883 Note zur 2. Ausgabe. »Die Grenze jedoch der Beschäftigung von industriellen wie von ländlichen Arbeitern ist dieselbe: nämlich die Möglichkeit für den Unternehmer, einen Profit aus ihrem Arbeitsprodukt herauszuschlagen. Steigt die Rate des Arbeitslohns so hoch, daß der Gewinn des Meisters unter den Durchschnittsprofit fällt, so hört er auf, sie zu beschäftigen, oder beschäftigt sie nur unter der Bedingung, daß sie eine Herabsetzung des Arbeitslohns zulassen.« (John Wade, l.c. p. 240.)

884 Vgl. Karl Marx, »Zur Kritik der Politischen Oekonomie«, p. 165 sqq.

885 »Gehen wir aber nun auf unsere erste Untersuchung zurück, wo nachgewiesen ist... daß das Kapital selbst nur das Erzeugnis menschlicher Arbeit ist... so scheint es ganz unbegreiflich, daß der Mensch unter die Herrschaft seines eigenen Produkts – das Kapital – geraten und diesem untergeordnet werden könne; und da dies in der Wirklichkeit doch unleugbar der Fall ist, so drängt sich unwillkürlich die Frage auf; wie hat der Arbeiter aus dem Beherrscher des Kapitals – als Schöpfer desselben – zum Sklaven des Kapitals werden können?« (Von Thünen, »Der isolirte Staat«, Zweiter Theil, Zweite Abtheilung, Rostock 1863, p. 5, 6.) Es ist das Verdienst Thünens, gefragt zu haben. Seine Antwort ist einfach kindisch.

886 〈Zur 4. Aufl. – Die neuesten englischen und amerikanischen »Trusts« streben dies Ziel bereits an, indem sie versuchen, wenigstens sämtliche Großbetriebe eines Geschäftszweigs zu einer großen Aktiengesellschaft mit praktischem Monopol zu vereinigen. – F. E.}

887 〈Note zur 3. Auflage. – In Marx' Handexemplar steht hier die Randbemerkung: »Hier für Späteres zu bemerken: Ist die Erweiterung nur quantitativ, so verhalten sich bei größerem und kleinerem Kapital in demselben Geschäftszweig die Profite wie die Großen der vorgeschossenen Kapitale. Wirkt die quantitative Erweiterung qualitativ, so steigt zugleich die Rate des Profits für das größre Kapital.« – F. E.}

888 Der Zensus für England und Wales zeigt u.a.:

Alle in der Agrikultur beschäftigten Personen (Eigentümer, Pächter, Gärtner, Hirten usw. eingeschlossen) – 1851: 2011447, 1861: 1924110, Abnahme – 87337. Worsted Manufaktur – 1851: 102714 Personen, 1861: 79242; Seidenfabrik – 1851: 111940, 1861: 101678; Kattundrucker – 1851: 12098, 1861: 12556, welche geringe Zunahme trotz des enorm ausgedehnten Geschäfts große proportionelle Abnahme in der Zahl der beschäftigten Arbeiter bedingt. Hutmacher – 1851: 15957, 1861: 13814; Strohhut- und Bonnetmacher – 1851: 20393, 1861: 18176; Malzer – 1851: 10566, 1861: 10677; Lichtgießer – 1851: 4949, 1861: 4686. Diese Abnahme ist u.a. der Zunahme der Gasbeleuchtung geschuldet. Kammacher – 1851: 2038, 1861: 1478; Holzsäger – 1851: 30552, 1861: 31647, geringe Zunahme infolge des Aufschwungs von Sägemaschinen; Nagelmacher – 1851: 26940, 1861: 26130, Abnahme infolge der Maschinenkonkurrenz; Arbeiter in Zinn- und Kupferbergwerken – 1851: 31360, 1861: 32041. Dagegen: Baumwollspinnereien und Webereien – 1851: 371777, 1861: 456646; Kohlenbergwerke – 1851: 183389, 1861: 246613. »Die Zunahme von Arbeitern ist im allgemeinen am größten seit 1851 in solchen Zweigen, worin die Maschinerie bisher noch nicht mit Erfolg angewandt worden,« (»Census of England and Wales for 1861«, vol. III, Lond. 1863, p. 35-39.)

889 Das Gesetz der progressiven Abnahme der relativer Größe des variablen Kapitals, nebst seinen Wirkungen auf die Lage der Lohnarbeiterklasse, ist von einigen ausgezeichneten Ökonomen der klassischen Schule mehr geahnt als begriffen worden. Das größte Verdienst hierin gebührt John Barton, obwohl er, wie alle anderen, das konstante Kapital mit dem fixen, das variable mit dem zirkulierenden zusammenwirft. Er sagt: »Die Nachfrage nach Arbeit hängt von der Vermehrung des zirkulierenden und nicht des fixen Kapitals ab. Wenn es stimmte, daß das Verhältnis zwischen diesen beiden Arten des Kapitals zu allen Zeiten und unter allen Umständen dasselbe ist, dann folgt allerdings daraus, daß die Anzahl der beschäftigten Arbeiter sich nach dem Reichtum des Staates richtet. Aber eine solche Behauptung hat nicht den Anschein von Wahrscheinlichkeit. In dem Maße, wie die Naturwissenschaften gepflegt werden und die Zivilisation sich ausbreitet, wächst das fixe Kapital im Verhältnis zum zirkulierenden immer mehr und mehr an. Die Summe des bei der Produktion eines Stückes britischen Musselins verwendeten fixen Kapitals ist wenigstens hundertmal, wahrscheinlich aber tausendmal größer als jene, die zur Erzeugung eines ähnlichen Stückes indischen Musselins verwendet wird. Und der Anteil des zirkulierenden Kapitals ist hundert- oder tausendmal kleiner... Wenn die Gesamtheit der jährlichen Ersparnisse dem fixen Kapital zugeschlagen würde, so würden sie sich nicht in einer erhöhten Nachfrage nach Arbeit auswirken.« (John Barton, »Observations on the circumstances which influence the Condition of the Labouring Classes of Society«, Lond. 1817, p. 16, 17.) »Die gleiche Ursache, die die Nettorevenue des Landes anwachsen läßt, kann gleichzeitig einen Überfluß an Bevölkerung erzeugen und die Lage des Arbeiters verschlechtern.« (Ricardo, l.c. p. 469.) Mit der Zunahme des Kapitals »wird die Nachfrage« (nach Arbeit) »verhältnismäßig abnehmen«. (l.c. p. 480, Note.) »Der Betrag des Kapitals, der zur Erhaltung von Arbeit bestimmt ist, kann sich ändern, unabhängig von irgendwelchen Veränderungen im Gesamtbetrag des Kapitals... Große Schwankungen im Ausmaß der Beschäftigung und große Not können häufiger werden in dem Maße, wie das Kapital selbst reichlicher wird.« (Richard Jones, »A Introductory Lecture on Pol. Econ.«, Lond. 1833, p. 12.) »Nachfrage« (nach Arbeit) »wird steigen... nicht im Verhältnis zur Akkumulation des Gesamtkapitals... Jede Vermehrung des zur Reproduktion bestimmten nationalen Kapitals wird deshalb im Laufe des gesellschaftlichen Fortschritts einen stets geringeren Einfluß auf die Lage des Arbeiters haben.« (Ramsay, l.c. p. 90, 91.)

890 H. Merivale, »Lectures on Colonization and Colonies«, Lond. 1841 and 1842, v. I, p. 146.

891 »Prudential habits with regard to marriage, carried to a considerable extent among the labouring class of a country mainly depending upon manufactures and commerce, might injure it... From the nature of a population, an increase of labourers cannot be brought into market, in consequence of a particular demand, till after the lapse of 16 or 18 years, and the conversion of revenue into capital, by saving, may take place much more rapidly; a country is always liable to an increase in the quantity of the funds for the maintenance of labour faster than the increase of population.« (Malthus, »Princ. of Pol. Econ.«, p. 215, 319, 320.) In diesem Werk entdeckt Malthus endlich, vermittelst Sismondis, die schöne Dreieinigkeit der kapitalistischen Produktion: Überproduktion – Überpopulation – Überkonsumtion, three very delicate monsters, indeed! Vgl. F. Engels, »Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie«, l.c. p. 107 sqq.

892 Harriet Martineau, »The Manchester Strike«, 1832, p. 101.

893 Selbst während der Baumwollnot von 1863 findet man in einem Pamphlet der Baumwollspinner von Blackburn heftige Denunziation gegen die Überarbeit, die kraft des Fabrikgesetzes natürlich nur erwachsne männliche Arbeiter traf. »Man verlangte in dieser Fabrik von den erwachsenen Arbeitern eine zwölf- bis dreizehnstündige Arbeit täglich, obwohl es Hunderte gibt, die zum Müßiggang gezwungen sind, aber gern einen Teil der Arbeitszeit arbeiten möchten, um ihre Familien erhalten zu können und ihre Arbeitsbrüder vor einem vorzeitigen Tode infolge Überarbeit zu bewahren.« »Wir«, heißt es weiter, »möchten fragen, ob diese Praxis, Überzeit zu arbeiten, irgendwie erträgliche Verhältnisse zwischen Meistern und ›Dienern‹ möglich macht? Die Opfer der Überarbeit fühlen die Unbill ebensosehr als die dadurch zu erzwungnem Müßiggang Verdammten (condemned to forced idleness). In diesem Distrikt reicht das zu verrichtende Werk hin, um alle teilweise zu beschäftigen, würde die Arbeit billig verteilt. Wir verlangen nur ein Recht, indem wir die Meister auffordern, allgemein nur kurze Zeit zu arbeiten, wenigstens solange der jetzige Stand der Dinge währt, statt einen Teil zu überarbeiten, während der andre durch Arbeitsmangel gezwungen wird, von der Wohltätigkeit seine Existenz zu fristen.« (»Reports of Insp. of Fact., 31st Oct. 1863«, p. 8.) – Die Wirkung einer relativen Übervölkerung auf die beschäftigten Arbeiter begreift der Verfasser des »Essay on Trade and Commerce« mit seinem gewohnten unfehlbaren Bourgeoisinstinkt. »Eine andre Ursache der Faulenzerei (idleness) In diesem Königreich ist der Mangel einer hinreichenden Anzahl arbeitender Hände. Sooft durch irgendeine ungewöhnliche Nachfrage für Fabrikate die Arbeitsmasse ungenügend wird, fühlen die Arbeiter ihre eigne Wichtigkeit und wollen sie ihren Meistern ebenfalls fühlbar machen; es ist erstaunlich; aber so depraviert ist die Gesinnung dieser Kerle, daß in solchen Fällen Gruppen von Arbeitern sich kombiniert haben, um ihre Meister dadurch in Verlegenheit zu setzen, daß sie einen ganzen Tag durch faulenzten.« (»Essay etc.«, p. 27, 28.) Die Kerle verlangten nämlich Lohnerhöhung.

894 »Economist«, Jan. 21, 1860.

895 Während im letzten Halbjahr von 1866 80000 – 90000 Arbeiter in London außer Arbeit geworfen wurden, heißt es im Fabrikbericht über dasselbe Halbjahr: »Es scheint nicht absolut richtig zu sein, wenn man sagt, daß Nachfrage stets grade in dem Augenblick Zufuhr hervorbringt, da es nötig ist. Auf Arbeit traf das nicht zu, denn viel Maschinerie mußte im letzten Jahre aus Mangel an Arbeitskräften stillstehn.« (»Report of Insp. of Fact. for 31st Oct. 1866«, p. 81.)

896 Eröffnungsrede der sanitären Konferenz, Birmingham, 14. Jan. 1875, von J. Chamberlain, damals Mayor der Stadt, jetzt (1883) Handelsminister.

897 »781 Städte« sind aufgezählt im Zensus von 1861 für England und Wales »mit 10960998 Einwohnern, während die Dörfer und Landkirchspiele nur 9105226 zählen... Im Jahr 1851 figurierten 580 Städte im Zensus, deren Bevölkerung ungefähr gleich der Bevölkerung der sie umgebenden Landdistrikte war. Während aber in den letzteren die Bevölkerung während der folgenden 10 Jahre nur um eine halbe Million wuchs, wuchs sie in den 580 Städten um 1554067. Der Bevölkerungszuwachs in den Landkirchspielen ist 6,5%, in den Städten 17,3%. Der Unterschied in der Rate des Wachstums ist der Wanderung vom Land in die Stadt geschuldet. Drei Viertel des Gesamtwachstums der Bevölkerung gehört den Städten.« (»Census etc.«, v. III, p. 11, 12.)

898 »Armut scheint die Fortpflanzung zu begünstigen.« (A. Smith.) Dies ist sogar eine besonders weise Einrichtung Gottes nach dem galanten und geistreichen Abbé Galiani: »Gott hat es gefügt, daß die Menschen, die die nützlichsten Berufe ausüben, überreichlich geboren werden.« (Galiani, l.c. p. 78.) »Elend, bis zum äußersten Grad von Hungersnot und Pestilenz, vermehrt eher das Wachstum der Bevölkerung, statt es zu hemmen.« (S. Laing, »National Distress«, 1844, p. 69.) Nachdem Laing dies statistisch illustriert, fährt er fort: »Befände sich alle Welt in bequemen Umständen, so wäre die Welt bald entvölkert.« (»If the people were all in easy circumstances, the world would soon be depopulated.«)

899 »Von Tag zu Tag wird es somit klarer, daß die Produktionsverhältnisse, in denen sich die Bourgeoisie bewegt, nicht einen einheitlichen, einfachen Charakter haben, sondern einen zwieschlächtigen; daß in denselben Verhältnissen, in denen der Reichtum produziert wird, auch das Elend produziert wird; daß in denselben Verhältnissen, in denen die Entwicklung der Produktivkräfte vor sich geht, sich eine Repressionskraft entwickelt; daß diese Verhältnisse den bürgerlichen Reichtum, d.h. den Reichtum der Bourgeoisklasse, nur erzeugen unter fortgesetzter Vernichtung des Reichtums einzelner Glieder dieser Klasse und unter Schaffung eines stets wachsenden Proletariats.« (Karl Marx, »Misère de la Philosophie«, p. 116.)

900 G. Ortes, »Della Economia Nazionale libri sei 1774«, bei Custodi, Parte Moderna, t. XXI, p. 6, 9, 22, 25 etc. Ortes sagt l.c. p. 32: »Statt unnütze Systeme für das Glück der Völker aufzustellen, will ich mich darauf beschränken, die Gründe ihres Unglücks zu untersuchen.«

901 »A Dissertation on the Poor Laws. By a Wellwisher of Mankind (The Rev. Mr. J. Townsend), 1786«, republished Lond. 1817, p. 15, 39, 41. Dieser »delikate« Pfaffe, dessen eben angeführte Schrift, nebst seiner Reise durch Spanien, Malthus oft seitenlang abschreibt, entlehnte den größten Teil seiner Doktrin aus Sir J. Steuart, den er jedoch verdreht. Z.B. wenn Steuart sagt: »Hier, in der Sklaverei, existierte eine gewaltsame Methode, die Menschheit arbeitsam« (für die Nichtarbeiter) »zu machen... Die Menschen wurden damals zur Arbeit« (d.h. zur Gratisarbeit für andere) »gezwungen, weil sie Sklaven von andren waren; die Menschen sind jetzt zur Arbeit« (d.h. zur Gratisarbeit für Nichtarbeiter) »gezwungen, weil sie die Sklaven ihrer eignen Bedürfnisse sind«, so schließt er deswegen nicht, wie der fette Pfründner, daß – die Lohnarbeiter stets am Hungertuch nagen sollen. Er will umgekehrt ihre Bedürfnisse vermehren und die wachsende Zahl ihrer Bedürfnisse zugleich zum Sporn ihrer Arbeit für »die Delikateren« machen.

902 Storch, l.c., t. III, p. 223.

903 Sismondi, l.c., t. I, p. 79, 80, 85.

904 Destutt de Tracy, l.c. p. 231. »Les nations pauvres, c'est là où le peuple est à son aise; et les nations riches, c'est là où il est ordinairement pauvre.«

905 »Tenth Report of the Commissioners of H. M's Inland Revenue«, Lond. 1866, p. 38.

906 ibidem.

907 Diese Zahlen sind hinreichend für die Vergleichung, aber, absolut betrachtet, falsch, da vielleicht 100 Millionen Pfd. St. Einkommen jährlich »verschwiegen« werden. Die Klage der Commissioners of Inland Revenue über systematischen Betrug, namentlich von kommerzieller und industrieller Seite, wiederholt sich in jedem ihrer Berichte. So heißt es z.B.: »Eine Aktiengesellschaft gab ihre besteuerbaren Profite auf 6000 Pfd. St. an, der Taxator veranschlagte sie zu 88000 Pfd. St., und für diese Summe ward schließlich die Steuer gezahlt. Eine andre Kompagnie gab 190000 Pfd. St. an, sie ward gezwungen, zu gestehn, daß der wirkliche Betrag 250000 Pfd. St.« (ibid. p. 42.)

908 »Census etc.«, l.c. p. 29. John Brights Behauptung, daß 150 Grundherren die Hälfte des englischen und 12 die Hälfte des schottischen Bodens eignen, ist nicht widerlegt worden.

909 »Fourth Report etc. of Inland Revenue«, Lond. 1860, p. 17.

910 Es sind dies die Reineinkommen, also nach gewissen gesetzlich gültigen Abzügen.

911 In diesem Augenblick, März 1867, ist der indisch-chinesische Markt durch die Konsignationen der britischen Baumwollfabrikanten schon wieder völlig überführt. Lohnherabsetzung um 5% begann unter den Baumwollarbeitern 1866, 1867 infolge ähnlicher Operation Strike von 20000 Mann in Preston. 〈Es war dies das Vorspiel der Krise, die gleich darauf hereinbrach. – F. E.}

912 »Census etc.«, l.c. p. 11.

913 Gladstone im Hause der Gemeinen, 13. Feb. 1843: »It is one of the most melancholy features in the social state of this country that we see, beyond the possibility of denial, that while there is at this moment a decrease in the consuming powers of the people, an increase of the pressure of privations and distress; there is at the same time a constant accumulation of wealth in the upper classes, an increase in the luxuriousness of their habits, and of their means of enjoyment.« (»Times«, 14. Feb. 1843. – Hansard, 13. Febr.)

914 »From 1842 to 1852 the taxable income of the country increased by 6 per cent... In the 8 years from 1853 to 1861, it had increased from the basis taken in 1853, 20 per cent! The fact is so astonishing as to be almost incredible... this intoxicating augmentation of wealth and power... entirely confined to classes of property... must be of indirect benefit to the labouring population, because it cheapens the commodities of general consumption – while the rich have been growing richer, the poor have been growing less poor! at any rate, whether the extremes of poverty are less, I do not presume to say.« (Gladstone im H. o. C. 16. April 1863. »Morning Star«, 17. April.)

915 Sieh die offiziellen Angaben in dem Blaubuch: »Miscellaneous Statistics of the Un. Kingdom. Part VI«, Lond. 1866, p. 260-273 passim. Statt der Statistik der Waisenanstalten usw. könnten auch die Deklamationen ministerieller Journale zur Bevorwortung der Aussteuer der Kinder des königlichen Hauses als Beleg dienen. Die Teurung der Lebensmittel wird nie darin vergessen.

916 »Think of those who are on the border of that region« (pauperism), »wages... in others not increased... human life is but, in nine cases out of ten, a struggle for existence.« (Gladstone, H. o. C., 7. April 1864.) Die Version bei Hansard lautet: »Again; and yet more at large, what is human life but, in the majority of cases, a struggle for existence.« – Die fortlaufenden, schreienden Widersprüche in Gladstones Budgetreden von 1863 und 1864 charakterisiert ein englischer Schriftsteller durch folgendes Zitat aus BoileauA30:

»So ist der Mensch; er springt von einem zum anderen Ziele.

Was er am Abend gepriesen, das hat er am Morgen verurteilt,

Lästig dem anderen Menschen, vermag er kaum selbst seine Schwächen

Noch zu ertragen; er wechselt die Tracht, er wechselt das Urteil.«

([zitiert bei H. Roy.] »The Theory of Exchanges etc.«, Lond. 1864, p. 135.)

917 H. Fawcett, l.c. p. 67, 82. Was die wachsende Abhängigkeit der Arbeiter von dem Krämer betrifft, so ist sie Folge der zunehmenden Schwankungen und Unterbrechungen ihrer Beschäftigung.

918 In England ist immer Wales eingeschlossen, in Großbritannien England, Wales und Schottland, im Vereinigten Königreich jene drei Länder und Irland.

919 Es wirft ein eignes Licht auf den seit A. Smith zurückgelegten Fortschritt, daß ihm das Wort workhouse gelegentlich noch gleichwertig mit manufactory. Z.B. Eingang seines Kapitels über Teilung der Arbeit: »Diejenigen, die in den verschiedenen Zweigen der Arbeit beschäftigt sind, können oft in demselben Arbeitshaus (workhouse) zusammengefaßt werden.«

920 »Public Health. Sixth Report etc. for 1863«, Lond. 1864, p. 13.

921 l.c. p. 17.

922 l.c. p. 13.

923 l.c., Appendix, p. 232.

924 l.c. p. 232, 233.

925 l.c. p. 14, 15.

926 »Nirgendwo sind so offen und so schamlos die Rechte der Person dem Recht des Eigentums geopfert worden als in den Wohnungsverhältnissen der arbeitenden Klasse. Jede große Stadt ist eine Stätte des Menschenopfers, ein Altar, worauf Tausende jährlich dem Moloch der Habsucht geschlachtet werden.« (S. Laing, l.c. p. 150.)

927 »Public Health. Eight Report«, Lond. 1866, p. 14, Note.

928 l.c. p. 89. Mit Bezug auf die Kinder in diesen Kolonien sagt Dr. Hunter: »Wir wissen nicht, wie Kinder vor diesem Zeitalter dichter Agglomeration der Armen aufgebracht worden, und er wäre ein kühner Prophet, der vorhersagen wollte, welches Betragen zu erwarten von Kindern, die unter Zuständen ohne Parallele in diesem Land jetzt ihre Erziehung für künftige Praxis als gefährliche Klassen durchmachen, indem sie die halbe Nacht aufsitzen mit Personen jeden Alters, trunken, obszön und zanksüchtig.« (l.c. p. 56.)

929 l.c. p. 62.

930 »Report of the Officer of Health of St. Martin's in the Fields, 1865.«

931 »Public Health. Eighth Report«, Lond. 1866, p. 91.

932 l.c. p. 88.

933 l.c. p. 89.

934 l.c. p. 56.

935 l.c. p. 149.

936 l.c. p. 50.

937 Liste des Agenten einer Arbeiter-Assekuranzgesellschaft zu Bradford

        Liste des Agenten einer Arbeiter-Assekuranzgesellschaft
        zu Bradford
        Vulcanstreet. Nr. 122 1 Zimmer 16 Personen
        Lumleystreet. Nr. 13 1 " 11 "
        Bowerstreet. Nr. 41 1 " 11 "
        Portlandstreet. Nr. 112 1 " 10 "
        Hardystreet. Nr. 17 1 " 10 "
        Northstreet. Nr. 18 1 " 16 "
        ditto Nr. 17 1 " 13 "
        Wymerstreet. Nr. 19 1 " 8 Erwachsne
        Jowettstreet. Nr. 56 1 " 12 Personen
        Georgestreet. Nr. 150 1 " 3 Familien
        Rifle Court, Marygate. Nr. 11 1 " 11 Personen
        Marshallstreet. Nr. 28 1 " 10 "
        ditto Nr. 49 3 " 3 Familien
        Georgestreet. Nr. 128 1 " 18 Personen
        ditto Nr. 130 1 " 16 "
        Edwardstreet. Nr. 4 1 " 17 "
        [Georgestreet. Nr. 49 1 " 2 Familien]
        Yorkstreet. Nr. 34 1 " 2 "
        Salt Piestreet 2 " 26 Personen
        Keller
        Regent Square 1 Keller 8 "
        Acrestreet 1 " 7 "
        Robert's Court. Nr. 33 1 " 7 "
        Back Prattstreet, vernutzt als
        Kupferschmiedewerkstatt 1 " 7 "
        Ebenezerstreet. Nr. 27 1 " 6 "

(l.c. p. 111.)

938 l.c. p. 114.

939 l.c. p. 50.

940 »Public Health. Seventh Report«, Lond. 1865, p. 18.

941 l.c. p. 165.

942 l.c. p. 18, Note. Der Armenpfleger der Chapel-en-le-Frith-Union berichtet an den Registrar General: »Zu Doveholes hat man eine Anzahl kleiner Aushöhlungen in einem großen Hügel von Kalkasche gemacht. Diese Höhlen dienen den Erd- und andren am Eisenbahnbau beschäftigten Arbeitern zur Wohnung. Die Höhlen sind eng, feucht, ohne Abzug für Unreinigkeiten und ohne Abtritte. Sie entbehren aller Ventilationsmittel, mit Ausnahme eines Lochs durch die Wölbung, das zugleich als Schornstein dient. Die Pocken wüten und haben schon verschiedne Todesfälle« (unter den Troglodyten) »verursacht.« ( l.c., Note 2.)

943 Die auf S. 460 ff. gegebnen Einzelheiten beziehn sich namentlich auf Arbeiter in Kohlenbergwerken. Über den noch schlechteren Zustand in den Metallminen vgl. den gewissenhaften Bericht der Royal Commission von 1864.

944 l.c. p. 180, 182.

945 l.c. p. 515, 517.

946 l.c. p. 16.

947 »Massenhafte Verhungerung der Londoner Armen! (Wholesale starvation of the London Poor!)... Während der letzten Tage waren die Mauern Londons überklebt mit großen Plakaten, die folgende merkwürdige Anzeige bringen: ›Fette Ochsen, verhungernde Menschen! Die fetten Ochsen haben ihre Glaspaläste verlassen, um die Reichen in ihren Luxusgemächern zu mästen, während die verhungernden Menschen in ihren Jammerhöhlen verderben und sterben.‹ Die Plakate mit dieser unheilkündenden Inschrift werden beständig erneuert. Kaum ist eine Partie ausgemerzt und überklebt, wenn sofort eine neue Partie an demselben oder einem gleich öffentlichen Platz wiedererscheint... Das erinnert an die omina, die das französische Volk auf die Ereignisse von 1789 vorbereiteten... In diesem Augenblick, während englische Arbeiter mit Weib und Kind an Kälte und Hunger sterben, werden Millionen von englischem Geld, dem Produkt englischer Arbeit, in russischen, spanischen, italienischen und andren fremden Anleihen angelegt.« (»Reynolds' Newspaper«, 20. Jan. 1867.)

948 Ducpétiaux, l.c. p. 151, 154155, 156.

949 James E. Th. Rogers (Prof. of Polit. Econ. in the University of Oxford), »A History of Agriculture and Prices in England«, Oxford 1866, v. I, p. 690. Dies fleißig gearbeitete Werk umfaßt in den bisher erschienenen zwei ersten Bänden nur noch die Periode von 1259-1400. Der zweite Band enthält bloß statistisches Material. Es ist die erste authentische »History of Prices«, die wir für jene Zeit besitzen.

950 »Reasons for the late Increase of the Poor-Rates: or, a comparative view of the price of labour and provisions«, Lond. 1777, p. 5, 11.

951 Dr. Richard Price, »Observations on Reversionary Payments«, 6. ed. By W. Morgan, Lond, 1803, v. II, p. 158, 159. Price bemerkt p. 159: »Der nominelle Preis für die Arbeit des Tagelöhners ist augenblicklich nicht mehr als vier- oder höchstens fünfmal höher, als es im Jahre 1514 der Fall war. Aber der Kornpreis ist siebenmal, der für Fleisch und Kleidung ungefähr fünfzehnmal so hoch. Der Preis der Arbeit ist daher so sehr hinter dem Anwachsen der Lebenshaltungskosten zurückgeblieben, daß er jetzt im Verhältnis zu diesen Kosten nicht einmal die Hälfte von dem zu betragen scheint, was er früher betrug.«

952 Barton, l.c. p. 26. Für Ende des 18. Jahrhunderts vgl. Eden, l.c.

953 Parry, l.c. p. 80.

954 id., p. 213.

955 S. Laing, l.c. p. 62.

956 »England and America«, Lond. 1833, v. I, p. 47.

957 »London Economist«, 29. März 1845, p. 290.

958 Die Grundaristokratie schoß sich selbst zu diesem Zweck Fonds, natürlich per Parlament, aus der Staatskasse vor zu sehr niedrigem Zins, welchen die Pächter ihr doppelt zu erstatten haben.

959 Die Abnahme der mittleren Pächter ersieht man namentlich aus den Rubriken des Zensus: »Pächters Sohn, Enkel, Bruder, Neffe, Tochter, Enkelin, Schwester, Nichte«, kurz der vom Pächter beschäftigten Glieder seiner eignen Familie. Diese Rubriken zählten 1851: 216851 Personen, 1861 nur 176151. Von 1851 bis 1871 haben in England die Pachthöfe von unter 20 Acres sich um mehr als 900 verringert; die zwischen 50 und 75 Acres sind von 8253 auf 6370 gefallen; ähnlich bei allen andern Pachthöfen unter 100 Acres. Dagegen hat sich während derselben 20 Jahre die Zahl der großen Pachthöfe vermehrt; die von 300-500 Acres sind gestiegen von 7771 auf 8410, die von mehr als 500 Acres von 2755 auf 3914, die von mehr als 1000 Acres von 492 auf 582.

960 Die Zahl der Schafhirten wuchs von 12517 auf 25559.

961 »Census etc.«, l.c. p. 36.

962 Rogers, l.c. p. 693. »The peasant has again become a serf.« l.c. p. 10. Herr Rogers gehört zur liberalen Schule, ist persönlicher Freund von Cobden und Bright, also kein laudator temporis acti.

963 »Public Health. Seventh Report«. Lond. 1865, p. 242. »The cost of the hind is fixed at the lowest possible amount on which he can live... the supplies of wages or shelter are not calculated on the profitto be derived from him. He is a zero in farming calculations.« Es ist daher nichts Ungewöhnliches, daß entweder der Hausvermieter die Miete für einen Arbeiter erhöht, sobald er hört, daß derselbe etwas mehr verdient, oder daß der Pächter den Lohn des Arbeiters heruntersetzt, »weil dessen Frau Beschäftigung gefunden hat«. (l.c. )

964 l.c. p. 135.

965 l.c. p. 134.

966 »Report of the Commissioners... relating to Transportation and Penal Servitude«, Lond. 1863, p. 42, Nr. 50.

967 l.c. p. 77. »Memorandum by the Lord Chief Justice.«

968 l.c. v. II, Evidence.

969 l.c., v. I, Appendix, p. 280.

970 l.c. p. 274, 275.

971 »Public Health. Sixth Report, 1863«, p. 238, 249, 261, 262.

972 l.c. p. 262.

973 l.c. p. 17. Der englische Landarbeiter erhält nur ¼ so viel Milch und nur ½ so viel Brotstoff als der irische. Den besseren Nahrungsstand der letzteren bemerkte schon A. Young in seiner »Tour through Ireland« Anfang dieses Jahrhunderts. Der Grund ist einfach der, daß der arme irische Pächter ungleich humaner ist als der reiche englische. Mit Bezug auf Wales gilt die Textangabe nicht für seinen Südwesten. »Alle dortigen Ärzte stimmen überein, daß die Zunahme der Sterblichkeitsrate durch Tuberkulose, Skrofeln etc. an Intensität wächst mit der Verschlechterung des physischen Zustandes der Bevölkerung, und alle schreiben diese Verschlechterung der Armut zu. Der tägliche Unterhalt des Landarbeiters wird dort auf 5 d. veranschlagt, in vielen Distrikten zahlt der Pächter« (selbst elend) »weniger. Ein Bissen gesalznes Fleisch, getrocknet zur Härte von Mahagoni und kaum wert des schwierigen Prozesses der Verdauung, oder Speck dient zur Würze einer großen Quantität von Brühe, von Mehl und Lauch, oder Haferbrei, und Tag nach Tag ist dies das Mittagsmahl des Landarbeiters... Der Fortschritt der Industrie hatte die Folge für ihn, in diesem harten und feuchten Klima, das solide hausgesponnene Tuch durch wohlfeile Baumwollzeuge zu verdrängen und stärkere Getränke durch ›nominellen‹ Tee... Nach langstündiger Aussetzung an Wind und Regen kehrt der Ackerbauer zurück zu seiner Cottage, um niederzusitzen bei einem Feuer von Torf oder Ballen, die aus Lehm und Kohlenabfall zusammengesetzt sind und Wolken von Kohlen- und Schwefelsäure ausqualmen. Die Wände der Hütte bestehn aus Lehm und Steinen, das Estrich aus der nackten Erde, welche da war vor Erbauung der Hütte, das Dach ist eine Masse losen und aufgedunsenen Strohs. Jeder Spalt ist verstopft zur Erhaltung der Wärme, und in einer Atmosphäre von diabolischem Gestank, einen Schlammboden unter sich, oft mit seinen einzigen Kleidern trocknend auf seinem Leibe, nimmt er sein Abendbrot mit Weib und Kindern. Geburtshelfer, gezwungen, einen Teil der Nacht in diesen Hütten zuzubringen, haben beschrieben, wie ihre Füße im Schlamm des Fußbodens versanken, und wie sie gezwungen waren, leichte Arbeit!, ein Loch durch die Wand zu bohren, um sich eine kleine Privatrespiration zu verschaffen. Zahlreiche Zeugen von verschiednem Rang bezeugen, daß der untergenährte (underfed) Bauer diesen und andren gesundheitswidrigen Einflüssen jede Nacht ausgesetzt ist, und für das Resultat, ein geschwächtes und skrofulöses Volk, fehlt es wahrhaftig nicht an Beweisen... Die Mittellungen der Pfarreibeamten von Caermarthenshire und Cardiganshire zeigen schlagend denselben Zustand der Dinge. Es kommt hinzu eine noch größere Pest, das Umsichgreifen des Idiotismus. Nun noch die klimatischen Verhältnisse. Heftige Südwestwinde durchblasen das ganze Land während 8 bis 9 Monaten im Jahr, in ihrem Gefolg Regen-Sturzbäche, die sich hauptsächlich auf die westlichen Abhänge der Hügel entladen. Bäume sind selten, außer in gedeckten Plätzen; wo unbeschützt, werden sie aus aller Form zerblasen. Die Hütten kriechen unter irgendeine Bergterrasse, oft auch in eine Schlucht oder einen Steinbruch, nur die winzigsten Schafe und einheimisches Hornvieh können auf den Weiden leben... Die jungen Leute wandern nach dem östlichen Minendistrikte von Glamorgan und Monmouth... Caermarthenshire ist die Pflanzschule der Minenbevölkerung und ihr Invalidenhaus... Die Bevölkerung erhält ihre Zahl nur mühsam. So in Cardinganshire:

18511861

Männlichen Geschlechts:4515544446

Weiblichen Geschlechts:5245952955

9761497401.«

(Dr. Hunters Report in »Public Health. Seventh Report, 1864«, Lond. 1865, p. 498 bis 502 passim.)