Entwurf eines neuen Organons der Philosophie, oder Versuch über die Prinzipien der philosophischen Erkenntnis. von Wilh. Traug. Krug, Adj. der philos. Fakultät zu Wittenberg. Τὶ πϱω ͂τον ἐστὶν του ͂ ϕιλοσοϕου ͂ντος; - ἀποβάλειν οἴησιν. Arrian. -
Meißen, b. K. F. W. Erbstein 1801. 8. (14 Gr.)
Rezensent war eben im Begriff, an eine Kritik dieses Organons zu gehen, als ihm teils die Beurteilung der philosophischen Bestrebungen des Herrn Krug überhaupt in dem Kritischen Journal der Philosophie [I,1] von Schelling und Hegel, die ihn dieser Mühe überheben kann, teils auch die Protestationen des Herrn Krug96) , diesen Entwurf nicht ohne Rücksicht auf eine Beilage zu demselben, die auf Ostern unter dem Titel "Über die wichtigsten Methoden des Philosophierens" herauskommen werde, zu beurteilen, indem die eigentlichste Tendenz dieses Organons von den bisherigen Beurteilern mißverstanden worden sei, in die Hände fielen. Rezensent nimmt diese Protestation um so eher an, da es ihm so wenig als anderen Beurteilern dieses Organons gelingen wollte, eine philosophische Tendenz in demselben zu entdecken; er ist aber aufs innigste überzeugt, daß die Schuld hiervon nicht an ihm, sondern an der Schrift liegt, in welcher nichts als ein unorganischer Synkretismus, aus den Worten der Reinholdschen Philosophie, auch des Fichteschen Idealismus u. dgl. zusammengebraut, und ein absoluter Mangel der Spekulation, der Erhebung über die Tatsachen des Bewußtseins, und ein formales Räsonieren über sie sowie über die Prinzipien von vorhandenen philosophischen Systemen zu finden ist. Rezensent würde daher Krug den Rat geben, sich die Mühe, in diesem Organon eine philosophische Tendenz nachzuweisen, zu ersparen, da es offenbar eine vergebliche Mühe ist, und lieber etwas zu schreiben, worin schon an und für sich philosophische Tendenz zu finden und zu erkennen wäre.