[1828]
Hamann, - Drama oder Roman.
Roman vertritt bei uns die Stelle der Dramen - weil [der Mensch heute den] Zwiespalt der Charaktere in sich selbst abmachen muß. - Die Versöhnung mit sich; - [man ist] fertiger in seiner Art, - Untergang - Charakter kann ebenso als Fertigkeit, Versöhnung, wie als Untergang gefaßt werden.
Untergang ins Philisterleben - Aufgeben der schweren Tränen der Leidenschaften Ideal. Hamann [hat] nicht Ideale, Vorsätze der Jugend durchlaufen - nicht Allgemeines, Ideale [haben] sich in ihm angekündigt, - nicht Kunstanschauung. Sogleich auf einzelne Individualitäten gerichtet - deren Besserung, Berichtigung. Keine Poesie der Jugend. -
In Freundschaft sozusagen steckengeblieben, d. h. Richtung auf die Einzelheit. Polemik - nicht des Ideals gegen die Wirklichkeit.
Deutsche [sind] nicht, niemals bei sich zu Hause - von Anfang ihrer Geschichte an - Raubzüge - Völkerwanderungen - ehrlich - d. i. positive Gewohnheit - und theoretisch - Extravaganz - nicht Charakter.
Moderne Zeit - Schilderungen - Verschiedenheit der Art, außer sich zu sein, d. i. verrückt zu sein.
Hamanns Kantkritik, [Werke Bd.] VI. S. 183, 186/87. Ein anderer Keim späterer höherer Selbsterziehung von innen heraus, dessen Zeit ist, in der Jugend zu erwachen, tut sich nicht bei Hamann hervor; - eine Poesie der Jugend, wenn man will eine Phantasterei, Leidenschaft; - ein zwar noch sehr ideales, allgemeines, unreifes, aber festes Interesse, Leidenschaft für einen Gegenstand der geistigen Tätigkeit, Wissenschaft, der für das Leben entscheidend wird.
Hamann nicht in dieser Qual der Pietisten - Sündigen, Buße tun - aber [man] fühlt keine Sünden. [Sich] quälen, sich für sündig zu halten - das Sublime, höchste[r] Kummer, seine Sünden nicht einzusehen; s. Hahn143) - den Eigendünkel, klagselig sich zu einem Sünder zu machen, sich anlügen, ein Sünder zu sein, daß man ein Sünder sei, und Gnade Gottes - Hamann war wirklich ein Sünder; schlechte Streiche.