7.

Nach dem Untergange römischer und griechischer Freiheit, als den Menschen die Herrschaft ihrer Ideen über die Objekte genommen war, trennte sich der Genius der Menschheit. Der Geist der verdorbenen Menge sagte zu den Objekten: ich bin euer, nehmt mich hin!, warf sich in den Strom derselben, ließ von ihnen sich fortreißen und ging in ihrem Wechsel unter. - Der Geist der Stoiker tat das Gegenteil. Er sprach: ihr seid meinem Wesen fremd, das nichts von euch weiß; ich beherrsche euch in meiner Idee; ihr mögt sein, wie ihr wollt, das ist mir gleichgültig, ihr seid mir zu verächtlich, als daß ich Hand an euch legen wollte. - Andere Geister fühlten, daß die Objekte anders sein sollten, aber sie hatten nicht den Mut, sie zu ergreifen und zu bilden. Die Übermacht derselben lastete auf ihnen und ließ ihnen nur das Gefühl ihrer Ohnmacht. Ein Teil dieser Geister bildete sich den Sinnen unsichtbare Objekte, die er im Wahne des Volks vorfand, aber seine Ideen auf sie übertrug und zu ihnen flehte: nehmt mich auf in euer Wesen, erscheinet uns, offenbart euch uns, zieht uns zu euch, beherrscht ihr uns! Sie hießen Theurgen. - Ein anderer Teil der letzteren Geister hörte von einem ähnlichen neuen Objekt sprechen, entfloh den äußeren Objekten, die ihm versagt waren, warf sich dem Glauben in die Arme, daß jenes Unsichtbare sie selbst und die äußeren Objekte beherrschen würde, - und hießen Christen. Die ausgebildete Kirche hat beides, den Wunsch der Stoiker und jener in sich gebrochenen Geister, vereinigt. Sie erlaubt dem Menschen, im Wirbel der Objekte zu leben, und verheißt durch leichte Übungen, Handgriffe, Lippenbebungen usf., zugleich über sie sich zu erheben. Der Wunsch der Theurgen ist eigentlich nur hier und da in den Kopf sogenannter christlicher Schwärmer gekommen. Diese Vereinigung ist nie eigentlich zum Handwerk, wie das übrige, geworden.