Ebensobald verlor sich die nur einer kleinen Sekte mögliche Gemeinschaft der Güter, wo es dem in die Gemeine aufgenommenen Gläubigen zu einem Verbrechen an der Majestät der Gottheit gemacht wurde, von seinem Eigentum etwas für sich zurückzubehalten. Diese Maxime, die für den, der nichts besaß, so zuträglich, für den aber eine schwere Aufgabe sein mußte, der ein Eigentum hatte und jetzt aller Sorge dafür entsagen sollte, welche bisher die ganze Sphäre seiner Tätigkeit ausgefüllt hatte, - diese Maxime würde, wenn mit aller Strenge darauf wäre gehalten worden, der Ausbreitung des Christentums wenig Vorschub getan haben, und sie wurde daher frühzeitig, weislich oder notgedrungen, insofern aufgegeben, als sie jetzt von dem, der in die Gesellschaft aufgenommen werden wollte, nicht mehr als eine Bedingung seiner Aufnahme gefordert wurde, aber desto mehr freiwillige Beiträge zur Kasse der Gesellschaft als ein Mittel, sich im Himmel einzukaufen, eingeschärft [wurden]; wodurch die Geistlichkeit in der Folge noch gewann, indem sie den Laien diese Freigebigkeit gegen sich empfahl, aber sich wohl hütete, ihr eigenes erworbenes Eigentum zu verschleudern, und so, um sich selbst, als die Armen und Hilfsbedürftigen, zu bereichern, die andere Hälfte der Menschen zu Bettlern machte. In der katholischen Kirche hat sich diese Bereicherung der Klöster, Geistlichen und Kirchen erhalten, wovon den Armen wenig und dies Wenige auf eine Art zuteil wird, daß die Bettelei dadurch sich erhält und durch eine unnatürliche Verkehrung der Dinge an manchen Orten der herumziehende Tagdieb, der auf der Straße übernachtet, besser daran ist als der fleißige Arbeitsmann. In der protestantischen Kirche wird der etwaige Beitrag an Butter und Eiern dem Seelenhirten freiwillig als einem Freunde, wenn er sich die Zuneigung seiner Herde erwirbt, nicht als ein Mittel, den Himmel zu erkaufen, gereicht; und in Ansehung des Almosens von der Tür des Mildtätigen wird auch ein armer Betteljude nicht weggejagt.