[Jesus spricht von sich] als vom Messias

Eine andere Ursache, die in der ersteren gegründet war, kam hinzu, nämlich die Erwartung eines Messias, der mit Macht angetan, als ein Bevollmächtigter des Jehova, ihren Staat wieder von neuem gründen sollte - eine neue [und andere] Belehrung, als die Juden schon in ihren Urkunden besaßen, waren sie nur von diesem Messias anzunehmen geneigt. Das Gehör, das sie und die meisten seiner näheren Freunde Jesu gaben, gründete sich größtenteils auf die Möglichkeit, daß er es vielleicht sei und sich bald in seiner Größe zeigen werde - Jesus, der unter keiner anderen Bedingung als durch diese Vermutung Eingang finden konnte, konnte ihr nicht geradezu widersprechen; aber er suchte das, was sie von dem Messias erwarteten, mehr auf Moralisches zu leiten, und setzte die Zeit der Erscheinung seiner Größe in die Zeit nach seinem Tode. Wie sehr seine Jünger noch an diesem Glauben gehangen haben, ist oben erinnert worden. Wieder eine Veranlassung, von seiner Person zu sprechen. Eine andere war auch die Gefahr, worin er für seine Sicherheit, Freiheit und Leben schwebte; diese Besorgnisse für seine Person nötigten ihn, sich oft zu verteidigen, seine Absichten, den Zweck der Lebensart, die er gewählt hatte, zu erklären und an die Empfehlung der Gerechtigkeit überhaupt die Empfehlung der Gerechtigkeit gegen sich anzuknüpfen.

Wie endlich bei einem durch seine Lehre außerordentlichen Manne auch nach den Umständen seines Lebens gefragt wird und schon geringe Züge, die von gewöhnlichen Menschen erzählt gleichgültig sind, [Interesse erwecken], so [mußte die] Person Jesu, auch unabhängig von seiner Lehre, durch die Geschichte seines Lebens und ungerechten Todes noch unendlich wichtiger werden und die Einbildungskraft und Aufmerksamkeit an sich fesseln. Wir nehmen an interessanten Schicksalen unbekannter, selbst erdichteter Personen Anteil, leiden, freuen uns mit ihnen, fühlen die Ungerechtigkeit, die einem Irokesen widerfährt; wieviel tiefer mußte das Bild ihres unschuldig aufgeopferten Freundes und Lehrers seinen Freunden gegenwärtig sein? wie werden sie bei Ausbreitung der Lehre den Lehrer vergessen können? Ein dankbares Andenken an ihn, sein Lob wird ihnen so teuer, so angelegentlich sein als seine Lehre. Noch angelegentlicher aber mußte es ihnen werden durch [das] Außerordentliche, menschliche Natur und Kräfte Übersteigende in seiner Geschichte.